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Eine Flasche Tränen für Max


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 3.September 2010

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Mary und Max” und zum ersten Mal singen sie vor Begeisterung:

 
 Stop-Motion-Highlight [3:36m]: Play Now | Download

© Copyright MFA+ FilmDistribution e.K.

Der beste Animationsfilme seit sehr langer Zeit, unkonventionell und berührend. Regisseur und Autor Adam Elliot hat etwas zu sagen und das tut er mit Einfallsreichtum und sehr viel Gespür für Bilder und Musik. Und wie so oft, wenn Filme richtig gut geraten sind: “Mary und Max” steckt tief drinnen im wirklichen Leben und zeigt uns charmant und schwarzhumorig den Ernst desselben. Ganz dringende Empfehlung.

© Copyright MFA+ FilmDistribution e.K.

Links

“Der Film des Jahres”, twittert der Abspannsitzenbleiber.
Berührend, erheiternd, ehrlich
, findet Candide den Film.
Kein Kinderfilm, sagt Orlindo Frick. Das Fazit von Ulf Lepelmeier lautet:

“Herzlich, traurig, witzig – Adam Elliot spielt in seiner Stop-Motion-Tragikomödie „Mary & Max” meisterhaft auf der Klaviatur der Empfindungen und entführt in eine Welt der augenzwinkernden Einfälle, schwarzhumorigen Kommentare und kauzig- liebenswerten Figuren. Ein liebevolles Kinokleinod über emotionale Isolation und wahre Freundschaft.”

Und hier zum Genießen:

und noch ein Ausschnitt:

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Firefly: “Vom Engel zur Hexe in einer Sequenz – so sind sie, die Katholiken”


Ein Beitrag von Martina, abgelegt unter Podcast, Serienflittchen, Television am 1.September 2010

Die Serienflittchen sind zu Gast bei SchönerDenken und schauen sich “FIREFLY – Aufbruch der Serenity” an.

 
 Sie ist UNSERE Hexe! [1:22m]: Play Now | Download

Episode 4: IN LETZTER SEKUNDE (Safe)

Schießerei bei einem Viehtransport! Book wird verletzt und auf einer Allianz-Krankenstation versorgt, da Simon von einer Gruppe Aussätziger gekidnappt wurde, die seine medizinische Hilfe erzwingen wollen. Rivers telephatische Kräfte bringen sie auf den Scheiterhaufen. Und Rückblenden, Rückblenden, Rückblenden, Puzzlesteinchen, Puzzlesteinchen, Puzzlesteinchen …

Lieblingszitat der Episode:

“Mit Hilfe eines Vakuumsystems kann der Mensch innerhalb von 8,6 Sekunden sämtliches Blut verlieren.”

Und wie immer zum Abschluss eine Coverversion der Titelmusik, hier als Gitarrensolo:

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Wo beginnt ein Verbrechen?


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 29.August 2010

Prof. Pu empfiehlt: “Verbrechen” von Ferdinand von Schirach

 
 Verbrechen [3:48m]: Play Now | Download

So möchte ich schreiben können, so klar, besonnen, nüchtern und fesselnd zugleich und vor allem so berührend.

Lauter unglaubliche Geschichten, doch sind sie wahr.

Behauptet der Klappentext. Ich hätte gewettet, sie sind alle erfunden, gut ausgedacht. Doch Ferdinand von Schirach, begehrter Strafverteidiger, hat einfach seine Fälle aufgeschrieben. So unglaublich kann die Realität sein, jede Geschichte ließ mich von Neuem staunen. Er erzählt in seinem Erstlingswerk von Schicksalen, von Verbrechen, die ich nicht mehr vergessen werde.

Es ist höchst irritierend, sich bei Mitleidsanwandlungen zu ertappen; Mitleid einem Arzt gegenüber, der seine Frau getötet hat. Eine Frau, die er mit 24 heiratet und die ihn über vierzig Jahre lang mit schriller Stimme demütigt, beschimpft und lächerlich macht. Er versucht es auszuhalten, weil er ihr auf der Hochzeitsreise geschworen hat, sie nie zu verlassen. Bis es nicht mehr auszuhalten ist. Er erschlägt sie im Keller und ruft anschließend mit ruhiger Stimme die Polizei.

Der Staatsanwalt beantragte acht Jahre. Er ließ sich Zeit, er schilderte den Tatablauf und watete durch das Blut im Keller. Dann sagte er, Fähner habe Alternativen gehabt, er hätte sich scheiden lassen können.
Der Staatsanwalt irrte, genau das hätte Fähner nicht gekonnt. Die letzte Reform der Strafprozessordnung hat den Eid als obligatorische Beteuerung einer Aussage im Strafprozess abgeschafft. Wir glauben schon lange nicht mehr daran. Wenn ein Zeuge lügt, lügt er eben – kein Richter denkt ernsthaft, das würde sich durch einen Eid ändern lassen. Dem modernen Menschen scheint der Schwur gleichgültig zu sein. Aber, und in diesem ‚aber‘ liegt eine Welt, Fähner war kein moderner Mensch. Sein Versprechen war ernsthaft. Es hatte ihn sein ganzes Leben gebunden, mehr noch: Er wurde zum Gefangenen. Fähner konnte sich nicht befreien, das wäre Verrat gewesen. Die Gewalteruption war das Bersten eines Druckbehälters, in den er lebenslang durch seinen Eid eingesperrt war.

Fähner bekam drei Jahre im offenen Vollzug und begann mit 72 einen Handel mit den Äpfeln aus seinem eigenen Garten, den seine Frau so sehr gehasst hat.

Auch Schirach erschien mir in einem Fernseh-Interview mit Gero von Boehm wie ein angenehm altmodischer Mensch aus einem anderen Jahrhundert. „Wieso kann er so gut schreiben?“ fragte mich ein Kollege. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich die Stories über ungelöste wie aufgeklärte Verbrechen zutiefst beeindruckt haben.

In jeder Erzählung muss man sich neu orientieren: Wann beginnt ein Verbrechen? Beim hilflosen Versuch eines Mannes, mithilfe eines dilettantischen Banküberfalls zu seiner Familie zurückzukehren? Wo liegt die Schuld? Bei der Schwester, die das elende Leben ihres durch einen Unfall behinderten Bruders nicht mehr ertragen kann? Genial beschreibt Schirach die hauchfeinen Grenzen zwischen Schuld und Unschuld.

Große Erzählkunst, spannende Geschichten. Beim Lesen schwankte ich ständig zwischen der großen Lust, das Buch auf einmal zu verschlingen und dem Genuss, besonders langsam zu lesen um länger davon zu haben. Zu meinem großen Lese-Glück liegt auf dem Nachttisch schon der zweite Band, „Schuld“.

Die Filmrechte an „Verbrechen“ sind verkauft, die Üblichen Verdächtigen dürfen gespannt sein …

Ferdinand von Schirach
Verbrechen
Piper 16,95 €
978-3-492-05362-4
Ab September auch als Piper-Taschenbuch Nr. 05955 8,95 €

Audio-Tipp: Ferdinand von Schirach zu Gast bei SWR1 Leute Rheinland-Pfalz (37:14 min)

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Jack Vance: Der Weltendenker und sein Verleger (1)


Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter Buch, Interview am 28.August 2010

Anlässlich des 94. Geburtstages von Autorenlegende Jack Vance führten wir ein ausführliches Interview mit einem, der dessen Werk wirklich in- und auswendig kennt – seinem deutschen Verleger und Übersetzer Andreas Irle.

Wohl jede/r Freund/in zeitgenössischer gehobener literarischer Phantastik weiß es: meistens verhungern im Deutschsprachigen die Werke großer und etablierter Autoren des Genres in mehr oder weniger schlampig edierten oder zumindest bald durch Abnutzung ins Unschöne zerliebten Taschenbuchausgaben. Da fällt es richtig auf, wenn es ausnahmsweise mal von einem großen Science Fiction- oder Fantasy-Autor eine edel aufgemachte Hardcoverausgabe gibt – so wie die schöne Space Opera-Box von Diogenes mit drei Hauptwerken von Altmeister Ray Bradbury im Leineneinband und mit Schmuckschuber drumherum. Sowas gibt es einfach viel zu selten.

Die Jack Vance Werkedition in meiner Phantastik-Würdigungsvitrine

Die Jack Vance Werkedition in meiner Phantastik-Würdigungsvitrine

Von entsprechenden Werkausgaben wagt man da kaum auch nur zu träumen. Vor Jahren konnten sich die Philip K. Dick-Freunde einer schönen vielbändigen Betreuung durch den Haffmans-Verlag erfreuen, aber auch das ist und bleibt die Ausnahme.

Um so erfreulicher ist es, wenn man dann auf die Edition Andreas Irle stößt, die sich seit nunmehr  15  Jahren fast ausschließlich dem umfangreichen Werk eines anderen Großmeisters der Phantastik widmet: Jack Vance.

Grund genug, sich einmal per E-Mail nach Bergneustadt zu begeben und sich mit dem Verleger zu unterhalten:

Guten Tag, Andreas Irle!

Guten Tag, Hendrik!

Um sich mit so nachhaltigem Enthusiasmus dem Werk eines einzelnen Autoren zu widmen, benötigt man ganz sicher eine ganz besondere Beziehung zu dessen Büchern. Was ist für Dich ganz persönlich das Besondere an den Werken von Jack Vance, und wie hast Du seine Werke einst für Dich entdeckt?

Es gibt einiges, was die Geschichten von Jack Vance besonders macht: Zum einen kann man sie immer wieder lesen und findet stets neue Aspekte und Details. Vance erschafft mit Worten farbige Welten, wie ein Maler Bilder. Ich vergleiche ihn immer gern mit Monet, nicht, weil der auch im Alter erblindete, sondern wegen der Technik. Die Werke des Impressionisten wirken auf die Distanz, geht man näher heran, bemerkt man die Technik, die der Künstler verwendet, nämlich Farbtupfen, die er auf die Leinwand gemalt hat. Bei Vance ist es ähnlich; er schafft mit Worten Atmosphäre, je nachdem, welche Worte er benutzt, verändert er die Atmosphäre. Die Geschichten haben eine Grundstimmung, die alles andere bestimmt.

Für Vance ist der Klang eines Wortes wichtig; er ist ein Künstler, insbesondere was die Namensgebung von Personen, Pflanzen, Orten angeht. Häufig findet man Aufzählungen von Pflanzen, bei denen man davon ausgehen kann, dass es einige davon wirklich gibt, auch wenn die Namen noch so ausgefallen sind und man denkt, die Bezeichnungen seien ausgedacht – so wusste Lore Strassl in einem Gespräch über ihre Vance-Übersetzungen zu berichten. Allerdings denkt sich Vance tatsächlich neue Worte aus, teilweise mit Wortteilen aus anderen Sprachen. 1992 erschien ein Lexikon mit seinen Wortneuschöpfungen. Zum anderen steht immer der Mensch, das Organische im Vordergrund; meist geht es darum, wie er in ungewöhnlichen oder extremen Situationen reagiert.

Es war 1980, ich lag krank im Bett, und meine Mutter brachte mir aus Köln ein Buch mit – “Maske: Thaery” von Jack Vance. Der Roman war der Beginn einer lebenslangen Faszination für die Werke Jack Vances. Was Dagobert Duck sein “Glückszehner” ist ”Maske: Thaery” für mich. Seit dieser Zeit sammle und beschäftige ich mich mit den Büchern von Jack Vance.

Oja, das vermag ich nachzufühlen, bei mir waren das seinerzeit “Die Gräber von Atuan” von Ursula Le Guin und ”Die Jagd” von Stanislaw Lem – auch diese Vorlieben bin ich nie wieder ‘losgeworden’. Aber zurück zu Dir: Könntest Du den Vance(noch)nichtkennern unter uns einen zusammenfassenden Überblick über das ja doch recht umfangreiche Schaffen des Kaliforniers geben?

Foto: David M. Alexander (public domain)

Foto: David M. Alexander (public domain)

Jack Vance, geboren 1916 in San Francisco, war während des 2. Weltkriegs bei der US-Handelsmarine und verbrachte seine Freizeit an Bord der Schiffe mit dem Schreiben von Geschichten. Die erste verkaufte Geschichte war “Der Welten-Denker” 1945. 1950 erschien sein erstes Buch “Die sterbende Erde”, ein Werk, das heute als Klassiker gilt und von den Lesern des Magazins LOCUS unter die besten 15 Fantasy-Werke aller Zeiten gewählt wurde (zu den Geschichten um die “sterbende Erde” gehören auch “Der Lachende Magier”, “Cugel der Schlaue” und “Rhialto der Wunderbare”).

Das Schaffen eines Schriftstellers über mehr als sechs Jahrzehnte ist nicht in aller Kürze zusammenzufassen. Einige wenige Werke, die mir in den jeweiligen Jahrzehnten als wichtig erscheinen, möchte ich nennen, auf die wichtigsten ganz kurz eingehen:

40er Jahre: Hier sind  die 10 Geschichten um Magnus Ridolph zu nennen (1948-1958), einem Detektiv, der, anders als die für die Zeit typischen Detektive, Fälle mit Köpfchen und Beobachtungsgabe löst. Dies ist ein typisches vancesches Thema: Der Außenseiter, der eine Kultur aus seiner Sicht beobachtet und, in diesem Fall, durch seine Außenseiterrolle Lösungen sieht, welche die in der Kultur selbst Lebenden nicht erkennen.

50er Jahre: Neben Romanen wie “Kaste der Unsterblichen”, in dem es um Unsterblichkeit geht, und “Die Kriegssprachen von Pao”, worin Vance der Frage nach dem Einfluss der Sprache auf die Verhaltensweise der Menschen nachgeht, schrieb Vance auch “Großplanet”, der seine bevorzugte literarische Form aufweist – die Odyssee: Kennzeichnend ist hier, dass er weiterlesen

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Firefly: “Ich muß sagen, daß ich immer noch bevorzuge, wenn Raumschiffe durch’s Weltall fliegen.”


Ein Beitrag von Martina, abgelegt unter Podcast, Serienflittchen, Television am 25.August 2010

Die Serienflittchen sind zu Gast bei SchönerDenken und schauen sich “FIREFLY – Aufbruch der Serenity” an.

 
 Captain Mal bittet zum Tanz ... [2:32m]: Play Now | Download

Episode 3: DAS DUELL (Shindig)

Es geht um die Ehre der schönen Inara, einen prunkvollen Ball, einen lukrativen Job, einen Schwertkampf im Morgengrauen und eine Herde Rindviecher allererster Güte … (und natürlich eine Saloonschlägerei!)

Lieblingszitat der Episode:

“Ruf mich, wenn jemand Interessanteres kommt!”

In der nächsten Folge schauen sich die Serienflittchen die Episode “In letzter Sekunde” an. Bleiben Sie also an den Empfangsgeräten und schalten Sie am nächsten Mittwoch wieder ein, wenn es heißt: “Take my Love. Take my Land …”

Und wie immer auch heute wieder ganz am Ende ein skurriles Firefly-Video – diesmal ein Ausschnitt aus der sehr unterhaltsamen Krimi-Comedy-Serie “Castle” – mit Nathan Fillion als Hauptdarsteller:

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“Toy Story 3″: Ausgespielt!


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 24.August 2010

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Toy Story 3 (3D)” und fühlen sich mehrheitlich “zu alt für den Scheiß”. Bis auf Leonie, aber sie ist ja auch viel jünger :-) Im Podcast reden Sie über Filmzitate, Hochofenszenen, sentimentale Menschen, Ken und Barbie, starke Synchronstimmen und zuviel musikalisches Zuckerwerk:

 
 Am Ende der Spielstraße [4:33m]: Play Now | Download

Immer noch großes (Animations-)Kino, zweifellos. Spannend, lustig, technisch auf denkbar höchstem Niveau – aber zum ersten Mal: konventionell. Toy Story ist am Ende der Spielstraße angekommen. Mit Cowboy und Saurier hat es sich nun ausgespielt. “Toy Story 3″ ist der erste Pixarfilm, der “nur” ganz prima ist, nicht mehr. Und 3D? Das kann man sich sparen. Dagegen ist “Avatar” 4D … mindestens.

Links

Candide (filmrezensionen.de) ist zufrieden, hat aber auch zu bemängeln:

“Toy Story 3 wirkt dennoch oftmals einfallslos, was aber wohl daran liegt, dass man sich über die Jahre einfach satt gesehen hat. Obwohl die neuen Protagonisten viel Potenzial mitbringen, wird meines Erachtens insgesamt zu sehr auf das altbekannte Team fokussiert.”

Dennis (negativ-film.de) ist total begeistert:

“In seiner Gesamtheit betrachtet, übertrifft er seine Vorgänger letztlich bei weitem und schafft es spätestens in seiner starken Schlusszene, nicht nur die Kinder im Publikum anzusprechen, sondern ohne jede Naivität vor allem das Kind in denjenigen Zuschauern zu wecken, die es längst verloren glaubten.”

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Die Liebesfilme des Herrn Hitchcock (Zweiter Teil)


Ein Beitrag von Goetz, abgelegt unter Kino, Podcast, Tausendundein Film am 22.August 2010

Tausendundein Film. Götz bringt uns besondere Filme nah – tausendundeinmal. Und pünktlich zu Alfred Hitchcocks 111. Geburtstag startete Götz seine neue Serie mit Hitchcocks “Suspicion” (Verdacht). Heute geht es weiter mit dem zweiten von vier Teilen:

 
 Vergiftete Milch [9:10m]: Play Now | Download

TausendundeinFilmNun aber endlich zu dem Werk, das ich ins Zentrum dieser Betrachtung rücken möchte. Hitchcocks unübertrefflicher Sinn für die Möglichkeiten des Kinos entfaltet in „Suspicion“ („Verdacht“) seine größte Wirkung.

Der Film erzählt, wie ein Bruder Leichtfuß, der dem so genannten Ernst des Lebens aus dem Weg geht, von diesem Ernst in einem solchen Maße eingeholt wird, dass er sogar mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen. Anfangs fährt er ohne Fahrkarte Zug und weiß sich, als der Schaffner kommt, nach dem Motto „Frechheit siegt“ erfolgreich zu behaupten, am Ende des Films wird er des Mordes und der Absicht zu einem weiteren Mord verdächtigt.

Cary Grant ist dieser sorglose Filou, ein Playboy, der sich mit Stil und Charme, aber ohne Geld in feinsten britischen Kreisen bewegt, in den Tag hinein und auf großem Fuß lebt und sich in ein „Mauerblümchen“ verliebt. Damit beginnt der Film. Joan Fontaine ist Lina, eine scheue, etwas linkische junge Frau, die wohlbehütet im Landhaus ihrer Eltern lebt und für die Johnnie Aysgarth (Grant) alles das verkörpert, was in ihrem Leben bisher fehlte. Entsprechend rasch erliegt sie seinem forschen Werben.

Der Film spielt geschickt mit den Vorurteilen des Zuschauers, der gegenüber Johnnie von Beginn an jenes Misstrauen hegt, das wie ein schleichend wirkendes Gift nach und nach Linas Liebe zersetzt und in Angst verwandelt. Denn der Film erzählt konsequent aus Linas Sicht, wir erleben alles mit ihrer Wahrnehmung. Wie die Macht der Eltern, vor allem des autoritären Vaters, der in Johnnie von Beginn an den Mitgiftjäger sah, in Linas Empfinden fortwirkt, sie nie frei werden lässt, das ist der Subtext des Dramas. Denn gegen den Willen des Vaters hat Lina Johnnie heimlich geheiratet.

Erst nach den Flitterwochen erfährt sie, dass Johnnie keinen Penny Geld besitzt. Das Geld für die Flitterwochen hatte er sich geliehen. Das Haus nebst Dienstmädchen – ebenfalls alles auf Pump. Verfügt Johnnie über Geld so verspielt er es sogleich an der Pferderennbahn. „Mutziputzi. Ich habe noch nie im Leben Geld gehabt“, gesteht er einmal ganz offen und heiter-unverfroren seiner Lina ein. Aber dennoch – Johnnie liebt Lina wirklich.

Grants finsterem, augenfunkelnden Spiel und Joan Fontaines zunächst müde-amüsiert-nachsichtiger, später ängstlich-zweifelnder Mimik zu folgen, das allein macht den Film zum Genuss. Grant taucht manchmal lautlos und bedrohlich auf, steht einfach da, so wie die gruslige Mrs. Danvers im fast gleichzeitig gedrehten „Rebecca“.

Die Ironie von Hitchcocks Erzählung ist: Lina untergräbt mit ihren Verdächtigungen die Liebe der beiden viel mehr als Johnnie mit seinem losen Lebenswandel. Und er wird immer dann giftig zu ihr, wenn er spürt, dass sie ihm misstraut.

Sie wird nämlich mehr und mehr von ihrer Einbildungskraft überwältigt. Sie malt sich aus, dass Johnnie seinen Freund Beaky ermorden will. Beide planen zusammen ein Immobiliengeschäft, bei dem Beaky als Geldgeber fungieren soll. Das zufällig beim Scrabble von Lina gelegte Wort „Murder“, das Foto einer Steilküste, die Information, dass Johnnie am folgenden Morgen mit Beaky dorthin fahren will und vor Linas innerem Auge taucht eine Mordszene auf, eine Vorstellung, die sie nicht mehr loslässt. Sie fährt am nächsten Tag allein hinaus an die Küste.

Dann wird ihre Angst von Hitchcock in großartiger Weise als Einbildung entlarvt. Lina kommt nach Hause, betritt das Haus, alles still, düster, sie hört ein Pfeifen. Langsam nähert sie sich der Wohnzimmertür und findet die Freunde in Eintracht, sorglos, voller Muße vor. Sie wollen gerade einen Plattenspieler in Gang bringen. Jede Bewegung der Schauspieler stimmt, wie Lina in ihrem Wahn, der sich langsam lichtet wie ein Nebel, als erwache sie aus einer Betäubung, den Raum betritt, überwältigt von ihrer Erleichterung, wie Grant sich kurz und arglos von dem Hocker vor dem Plattenspieler erhebt, um Lina zu begrüßen. Er steht nicht auf, lupft nur kurz den Hintern vom Sitz. Der Panik Linas, die aus der Gegenwart in ihre Schreckensphantasien gefallen ist, korrespondiert die vollkommene Gegenwärtigkeit von Johnnie. Das sind die nur scheinbar nebensächlichen, tatsächlich aber wichtigen Details, die Hitchcocks Filme auszeichnen, ihre Wahrhaftigkeit ausmachen.

Johnnie verliert im Laufe des Films seine Leichtfüßigkeit, Lina ihre Naivität. Zu Beginn des Films sind sie beide in ihrer Art noch Kinder, Johnnie fühlt sich für nichts verantwortlich, weiterlesen

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Firefly: “Herr Sontag mag mittlerweile die Serie”


Ein Beitrag von Martina, abgelegt unter Podcast, Serienflittchen, Television am 18.August 2010

Die Serienflittchen sind zu Gast bei SchönerDenken und schauen sich “FIREFLY – Aufbruch der Serenity” an.

“Herr Sontag mag mittlerweile die Serie.”

 
 Fernab der Zivilisation [1:40m]: Play Now | Download

Episode 2: FERNAB DER ZIVILISATION (Bushwhacked)

Ein treibendes Kolonieschiff ist eine einzige große Leichenhalle. Die kannibalistischen Reavers haben einen Festschmaus abgehalten. Leider beginnt in dem einzigen Überlebenden dieses Massakers, den die Serenity-Crew an Bord nimmt, bereits eine unangenehme Transformation …

Lieblingszitat der Episode:

“Ich dachte gerade daran, daß den Menschen nur ein Raumanzug und ein Glashelm davon trennen, zu leben oder ins Nichts abzugleiten …”

In der nächsten Folge schauen sich die Serienflittchen die Episode “Shindig” an. Bleiben Sie also an den Empfangsgeräten und schalten Sie am nächsten Mittwoch wieder ein, wenn es heißt: “Take my Love. Take my Land …”

Und wie versprochen auch heute wieder ganz am Ende eine Cover-Version, diesmal etwas lauter, härter und schneller :-)

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