FilmPodcast zwischen Kirk und Kitano

ATOMIC BLONDE: Hard Boiled Heroine

Charlize Theron in Atomic Blonde © 2017 Universal Pictures International


Als ich den Trailer sah, war ich zurück katapultiert in die 80er und dachte: Debbie Harry im Dienste ihrer Majestät? Charlize Theron als supertaffe Agentin? Ein Traum! Denn im Kino der Gegenwart ist Charlize Theron die überzeugendste, die perfekte Besetzung für eine starke, auch gewalttätige Frau – das hat sie u.a. als Furiosa bewiesen. An ihr hat es also nicht gelegen, wenn ATOMIC BLONDE unübersehbar schwächelt. Die Üblichen Verdächtigen sind im Podcast zwar allerbester Laune, schimpfen aber wie die sprichwörtlichen Rohrspatzen über ein einfallsloses Drehbuch und einen ganzen Haufen vertaner Möglichkeiten. Am Ende steht die Erkenntnis, dass ein Genre-Agenten-Actionfilm entweder intelligent und konsequent sein muss wie Soderberghs HAYWIRE oder gleich eine Genretranszendenz wie JOHN WICK. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Julia, Johanna, Peter, Hendrik, Uwe, Tom und Thomas.

P.S. Grüße an unsere Hörer, die wir im Kino getroffen haben :-)


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Atomic Blonde
USA 2017, 155 Min., Regie: David Leitch


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Die Heldin eignet sich die Macht über ihre Geschichte gleich im doppelten Sinne an: Wo ihre Vorgesetzten ihr darlegen, sie sei lediglich der Gegenstand, also das Objekt, des Gesprächs, etabliert sich Lorraine als Subjekt, das nicht nur von Ereignissen berichtet, sondern auch ihren Verlauf in die eigenen Hände nimmt, ihre eigene Wahrheit konstruiert. Lorraine Broughton besitzt ein Maß an struktureller Macht wie wir sie selten bei Frauen*figuren im Kino beobachten können und bleibt trotz der Weisungen von Oben stets ihre eigene Chefin – so wie es sich eben für eine richtige Superagentin gehört. Neben Lorraine Broughton wirkt selbst James Bond als sei er lediglich der Schoßhund von M.“
Sophie Charlotte Rieger, Filmlöwin

„In einem minutenlangen Faux-Oneshot prügelt sich Theron durch ein ganzes Gebäude, rein in ein Auto und weiter durch die ganze Stadt. Man möchte eigentlich aufstehen und applaudieren. Wer sich aber einen John Wick Klon erwartet, wird von Atomic Blonde enttäuscht. Theron ist teilweise aber auf sich allein gestellt, das Skript unterstützt sie selten. Die Handlung erscheint unnötig komplex und gleichzeitig auch wieder etwas nebensächlich. In eine Erzählstruktur gepresst, die vor allem für den Witz zwischendurch sorgen soll (und Toby Jones in den Film befördert), steht meistens die Handlung im Vordergrund, mit Elementen und kleinen Sequenzen, die anfangs keinen Sinn machen und sich erst später zum großen Ganzen zusammenfügen. Ob das alles funktioniert und das Ende überzeugt sei hier einmal dahingestellt.“
Patrick für flipthetruck

„Auf mich wirkte „Atomic Blonde“ vor allem wegen seiner langweiligen Figuren und der belanglosen Handlung wie ein knapp zweistündiges Musikvideo. Ein Film, der stylisch aussieht, sich energiegeladen anhört und letztenendes unfassbar öde und unspannend daher kommt. Es bleibt zu befürchten, dass dies jedoch der neue Weg Hollywoods werden könnte. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass mit „Lala Land“ ein Werk zum besten Film des Jahres gekührt wurde, das die Kunst der stylischen Belanglosigkeit gewissermaßen perfektioniert hat.“
Marco für Ma-Go Fimtipps

Podcast-Tipp

Kinomensch Lucas Barwenczik spricht mit Joko in der neuesten Episode von Longtake über „den Kalten Krieg der Popkultur, Körper in Bewegung und Menschen als Designobjekte.“



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