Podcast zwischen Kirk und Kafka

DIE VERFÜHRTEN: Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt

Nicole Kidman in Die Verführten @ 2017 Focus Features


Wie Rotkäppchen läuft die 12-jährige Amy durch den Wald, bevor sie einen schwerverletzten Nordstaatensoldaten findet. Sie nimmt ihn mit in ein Herrenhaus, in dem nur zwei Lehrerinnen und eine Handvoll Schülerinnen hoffen, den Bürgerkrieg heil zu überstehen. Der Mann bricht in ihre Welt ein, löst Angst und Lust aus. Wo am Anfang noch erotische Spannung durch die wunderbar fotografierte Szenerie knistert, schlägt später die Stimmung dramatisch um.

Sofia Coppolas Film ist voller Ambivalenzen, ein sehr ruhiger, sehr schöner und irgendwann auch verstörender Film, dessen Bilder lange im Gedächtnis bleiben werden. Und Colin Farrell? Der ist gerade unbeeindruckend genug, um nicht von den Frauen abzulenken. Im Podcast direkt nach dem Film reichen die Meinungen von „großartig“ bis „langweilig“ und es wird klar, warum eine Schildkröte die entscheidende Rolle spielt :-) Am Mikrofon: Ruth, Katharina, Bettina, Hendrik, Uwe, Axel und Thomas.

P.S. Jetzt wollen wir uns natürlich die Verfilmung des gleichen Stoffs von Don Siegel („Betrogen“, USA 1971) mit Clint Eastwood anschauen. (Und wir haben es getan – hier unsere Meinung zu Don Siegels „Betrogen“).


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Die Verführten (The Beguiled)
USA 2017, 93 Min., Regie: Sofia Coppola


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Es ist die schwüle, drückende und unterschwellig immer bedrohlichere Atmosphäre, die den Film gleichzeitig sehr stimmungsvoll und auch etwas anstrengend macht. Letzteres ist durchaus als Kompliment gemeint, denn Coppola schafft es diese Südstaatenschwüle perfekt in ihren ausgesuchten Bildern einzufangen.“
Laetitia für blugadgets

„Um das Feministische zu betonen, muss sie als Drehbuchautorin und Regisseurin gar nichts hinzuerfinden; sie arbeitet vielmehr mit kleinen Gesten – so etwa im großen Finale mit Händen, die einander in einer Detailaufnahme verschwörerisch gereicht werden; zudem setzt sie vor der Kamera auf Schauspielerinnen, deren Blicke und Bewegungen Interessanteres sagen, als es hastige Rückblenden oder melodramatische Sätze zu tun vermögen. Die Härte in Nicole Kidmans Gesicht, die Traurigkeit in Kirsten Dunsts Augen oder die Trägheit, mit der Fanning als Alicia ihren Pflichten im Garten des Hauses nachgeht – sie geben diesen Figuren mehr Tiefe und trotz Reduzierung mehr (denkbaren) Hintergrund.“
„Der Reiz der Neubatrachtung“, Andreas Köhnemann für kinozeit

Tipp: Die Doppelkritik bei „die zweite produktion“



 

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