Podcast zwischen Kirk und Kafka

„Ghost in the Shell“: In der Echokammer des Cyberpunk

Scarlett Johansson in Ghost in the Shell © 2017 Paramount Pictures DreamWorks Pictures


1989 war „Ghost in the Shell“ eine innovative und philosophische Cyberpunkparabel, die unter anderem die Wachowskis zu „Matrix“ inspirierte. Innovativ kann der Realfilm von 2017 nicht sein, allenfalls in der technischen Umsetzung. Die Neuverfilmung ist wie Frankensteins Monster aus vielen Zitaten des Animes von 1995 zusammengenäht, sieht oft – aber beileibe nicht immer – optisch atemberaubend aus, versucht dabei auch Mainstreamerwartungen zu bedienen. Dabei verliert er vor allem das Mystische und Geheimnisvolle der Vorlagen. Im Podcast direkt nach dem Kino sind die Üblichen Verdächtigen irritiert und unschlüssig. Am Mikrofon: Tom, Harald, Uwe und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Ghost in the Shell
USA 2017, 107 Min., Regie: Rupert Sanders


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Ghost in the Shell ist ein kurzweiliges Sci-Fi-Spektakel, mit vielen Zugeständnissen an das, was die Studios für Mainstream halten. Auf visueller Ebene braucht sich der Film nicht verstecken, auch wenn er hier und da etwas zu forsch in die Fußstapfen seiner Vorläufer treten will und dabei schlichtweg an der Selbstzensur scheitert. Man hat buchstäblich den Punk aus dem Cyberpunk genommen, um dem vermeintlichen Massengeschmack Rechnung zu tragen. Deswegen ist „Ghost in the Shell“ jedoch trotzdem sehenswert – vielleicht besonders für die, die sich nicht selbst „Fans“ nennen.“
Robert Gryzke für featured

„Von Anfang an hat man bei Ghost in the Shell das Gefühl, als hätte man diesen Film schon einmal gesehen. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass es sich hier um eine Neuauflage eines unglaublich erfolgreichen Anime-Films (basierend auf einem Manga) handelt. In den letzten Jahren hat es schon so viel Roboter-Filme gegeben, dass sich auch hier eine Formel herausgebildet hat. Verpflichtende Monologe über Seelen (=Ghosts) und Maschinen (=Shells… get it?) werden in den Raum gestellt, ohne, dass jemals wirklich Raum für diese Ideen gegeben wird. Das Drama plätschert unmotiviert vor sich hin und die emotionale Verbindung des Publikums geht flöten.“
Wolfgang für flipthetruck

„Sanders’ Remake ist, das ist ganz eindeutig, hochgradig fasziniert von der Ästhetik und Bildpolitik des Originals und auch die Geschichte hat es ihm angetan. Doch weder dessen Multidimensionalität noch philosophischen Ebenen vermag das Remake annähernd zu durchdringen. Allein der Titel Ghost in the Shell hat schon mehr Facetten als Sanders’ gesamter Film. Die Hülle ist hier nicht nur Synonym für den neuen kybernetischen Körper, sondern deutet auf Verhüllungen, Versteckspiele und auch eine textbasierte Benutzerschnittstelle hin, also dem Knotenpunkt schlechthin, an dem sich Mensch und Maschine, Philosophie und Technik, Individualität und Gemeinschaft immer wieder treffen und neu verorten müssen.“
Beatrice Behn für kino-zeit

„Letztendlich bleibt „Ghost in the Shell“ eine mäßig unterhaltsame, aber sinnlose und oberflächliche Neuverfilmung eines interessanten Stoffes, die irgendwo im Niemandsland zwischen Original und eigenständiger Adaption Platz nimmt.“
Stefan Turiak für mehrfilm


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