TV-TIPP: “Avatar”: Die blaue Blume von Pandora
Fernsehtipp Ostersonntag | 8. April 2012 | 20.15 Uhr | ProSieben
Die üblichen Verdächtigen kommen aus “Avatar” und sind (trotz eisiger Temperaturen) bester Laune:
Die Romantik träumt von der Heilung der Welt, von einer Versöhnung der Gegensätze, von Wissen und Natur, sie flieht vor Städten und Maschinen in den Mystizismus der Wälder und in das einfache Leben – und das Symbol dieses Traumes war für die Romantiker die “blaue Blume”. Die Romantik hat ihren Niederschlag unter anderem in der Umweltschutzbewegung gefunden – und bei James Cameron. Er gibt vor die Zukunft zu zeigen und zeigt in Wirklichkeit eine größere, blauere, aufregendere Version der Gegenwart. Cameron führt uns unsere reale, rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen auf Kosten der Natur und der Naturvölker durch Konzerne vor, wie sie tägliche Wirklichkeit in Südamerika ist.
In Camerons Zukunftsvision sind die Rohstoffe noch viel wertvoller und die edlen Wilden viel edler, blauer und stärker, als wir uns hätten vorstellen können. Und hier ist die Verschmelzung der Menschen mit der Natur nicht nur eine religiöse Angelegenheit sondern eine biologische Realität: Auf Pandora sind alle Lebewesen Teil eines planetenweiten, neuronalen Netzwerks. Das hindert natürlich den Konzern und die beauftragte Sicherheitsfirma nicht daran, die störenden Ureinwohner (und “Besitzer” des Planeten und seiner Rohstoffe) und den im Weg befindlichen Dschungel mit Brandbomben zu beseitigen.
Wir erleben den Konflikt zwischen uns und Pandoras Ureinwohnern aus der Perspektive des einfachen Marines Jake Sully, der am Beginn des Filmes die Augen aufschlägt und eine für ihn trostlose Welt sieht – er ist querschnittsgelähmt, sein Bruder verstorben. Sully übernimmt dessen Platz auf Pandora und steuert mit seinem Gehirn einen Körper, der aus Na’vi-Genen gezüchtet worden war. Und entdeckt eine unglaubliche Welt. Wenn er am Ende des Films die Augen aufschlägt, wird sich für ihn alles verändert haben.
Die Na’vi auf Pandora wehren sich und so erleben die amerikanischen Söldner im zweiten Teil des Films ihr blaues Wunder. Dabei bedient sich Cameron natürlich wieder – wie auch in “Aliens” – der üblichen Klischeevorstellungen von bösen/dummen Militärs und gierigen Geschäftemachern auf der einen Seite und naiven, edlen Wilden auf der anderen Seite, die in Harmonie mit ihrer (diesmal real existierenden) Mutter Erde leben. Dabei wird natürlich eine simple Story mit dickem Pinsel schwarzweiß gemalt (naja eher olivgrünmetalschwarz gegen blaubuntfluoriszierend). weiterlesen
In diesem Tsunami an Maschinen, an Waffen und Explosionen könnte man glatt übersehen, dass “T4″ genauso humorlos und genauso berechenbar ist wie sein Held John Connor. Regisseur McG durfte seinen Film aus Originalteilen zusammenschrauben und das lässt ihn gut aussehen. Aber irgendeine Art von Leben konnte er seinen Figuren nicht einhauchen – das bleibt offensichtlich James Cameron vorbehalten, dessen beide Filme so weit von “T3″ und “T4″ entfernt sind, wie “Alien 1-4″ von den “Alien vs. Predator”-Filmen. Könnte man “Terminator – Die Erlösung” ganz für sich betrachten, würde man vieles nicht verstehen: die Bedeutung von Skynet, den T800, Kyle Reese. Aber vielleicht würde man dann mit dem Film nicht so hart ins (Jüngste) Gericht gehen.
Es sind die banalen Bausteine aus dem Junggesellenkomödien-Baukasten: Vier Männer – grob im heiratsfähigen Alter – wollen vor einer anstehenden Hochzeit noch einmal einen drauf machen. Die perfekte Bühne für dieses Abschiedsritual – diesen rite de passage – ist natürlich Las Vegas. Zwischen Stripperinnen und Glücksspiel noch ein letztes Mal Verbotenes tun, Verrücktes ausprobieren, es übertreiben, bevor mit der Hochzeit die Verantwortung vor der Tür steht. “Hangover” bewegt sich also auf vertrautem Terrain und ist doch ein unerwartet großartiger Film.












