“Mehr als ich Dir jemals werde erzählen können”
Linktipp: Christopher über den Briefwechsel von Marion Gräfin Dönhoff und Carl Jakob Burckhardt:
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Linktipp: Christopher über den Briefwechsel von Marion Gräfin Dönhoff und Carl Jakob Burckhardt:
Das Blog furchtlos hatte die Initiative ergriffen und einen Blog-Karneval oder Blog-Parade ins Leben gerufen – zum Thema “Helden – gestern und heute”. Und das kam dabei heraus: weiterlesen
Noch ein Tag bis zur Wahl des amerikanischen Präsidenten.
Die amerikanischen Präsidenten lassen den streitbaren Filmemacher Oliver Stone nicht los. Mit “JFK” hat er sich seinem Trauma der Ermordung von John F. Kennedy gestellt (mehr morgen an dieser Stelle). In “W.” rechnet er mit dem Noch-Präsidenten ab. Heute abend ist Oliver Stone bei arte zu Gast:
arte | 3. November 2008 | 20.00 Uhr
Wer nebenbei noch etwas surfen will, findet zur US-Wahl eine Menge spannender Seiten: Zum Beispiel erklärt Doris Hammerschmidt (heute.de), warum die Amerikaner wählen, wie sie wählen. Bei arte wird über die Rolle des Präsidenten im Film und in der Realität geredet, eine kommentierte Linkliste findet sich bei der tagesschau, das ZDF schickt die Washington Watchers los, um zu bloggen, der Weltspiegel berichtet vom Kampf der Demokraten, die nichts dem Zufall überlassen wollen. Das Inforadio SWR cont.ra versammelt spannende Hörfunkbeiträge, die Kultsendung “Breitband” widmet sich den amerikanischen Stand-up-Comedians und ihren Witzen über die Präsidentschaftskandidaten. Auch der Politikwissenschaftler Dr. Christoph Bieber konzentriert sich in seinem Blog “Internet und Politik” auf die US-Wahl – natürlich lässt auch Deutschlands Blogger Nr.1 – Robert Basic – das Thema nicht aus und erklärt die US-Wahl. Wer glaubt schon alles gesehen zu haben, sollte sich die HipHopRepublicans anschauen.
Hendrik gibt sich den deutschen Zukunftsthriller Sektion 3: Das rote Pendel von Miriam Pharo
Vom 20. bis zum 26. Oktober lesen die Sprechbudler den Roman Sektion 3: Das rote Pendel von Miriam Pharo. Hendrik hat den Thriller bereits gelesen.
Es ist schwierig, die Rezension eines deutschsprachigen SF-Romans nicht mit dem üblichen Verweis darauf zu beginnen, dass die deutschsprachige SF sich selbst innerhalb Deutschlands schwer damit tut, sich gegen die angloamerikanische Übermacht in diesem Genre zu behaupten … womit wieder einmal darauf verwiesen worden wäre.
Aber es stimmt ja auch: Wenige Autoren – Wolfgang Jeschke, Ronald M. Hahn, Thomas R.P. Mielke, Herbert W. Franke und nur einige mehr (und außer Gudrun Pausewang und den weiblichen Hälften der Autorenehepaare Braun und Steinmüller fällt mir leider keine einzige erwähnenswerte deutschsprachige SF-Autorin ein) – haben sich hier als eigenständige literarische Stimmen etablieren können. Und selbst die Werke dieser wenigen Ausnahmen beschäftigen sich nur selten mit dem Schauplatz Deutschland. Oft unterwerfen sie sich entweder der Konvention, jede erzählbare Zukunft müsse amerikanisch sein (wobei Europa und Asien Quotenanteile in Form von Nebenfiguren zugestanden werden), oder aber sie verschweigen ihre Geographieverortung lieber gleich ganz.
Zumindest das ist etwas relativ Neues an dem ersten Roman der Münchner Autorin Miriam Pharo mit dem vage an Poe erinnernden Titel “Das rote Pendel”: er traut sich in die globale Provinz. Das als “Zukunftsthriller” untertitelte Werk ist in Norddeutschland angesiedelt, genauer: in Hanseapolis, einem aus dem nach einer Überschwemmungskatastrophe im Jahre 2025 entstandenen urbanen Zusammenschluss aus Hamburg und Lübeck. Und in dem teilweise hochtechnisierten, teilweise immer noch von der Katastrophe gezeichneten Moloch ermitteln die Einsatzkräfte der “Sektion Drei”, vor allem die neu zu dieser futuristischen Mordkommission hinzugekommene junge Polizistin Louann Marino und der zynische, knurrige Veteran Elias Kosloff, dem sie als Partnerin zugeteilt wird. Und gleich der erste zu lösende Mordfall des ungleichen Paares wird sie an ihre persönlichen Grenzen und darüber hinaus führen … weiterlesen
PJ empfiehlt “Wer schreibt denn so was?”
Deutsche Literatur – ein Alptraum? Überhaupt nicht, wenn man bei hr2 die 5 Teile “Wer schreibt denn so was?” gehört hat. Ein Parforce-Ritt durch die Geschichte der deutschen Klassiker bis zur Moderne. Kein tiefschürfendes Analysieren und Gegeneinanderstellen, sondern ein geraffter, verständlicher und vor allem unterhaltsamer Überblick, der wie ein Hörspiel daherkommt mit Dichtern, die ihre eigenen Zitate im Gespräch benutzen und einer Sprecherin, die Lexikalisches beisteuert. Fünf mal gute 10 Minuten Ohrenbalsam, die jedem die Angst vor den deutschen Dichterheroen nehmen und nebenbei das Zwerchfell angenehm kitzeln.
Im Podcast als Teil der Reihe “Wissenswert”.
Thomas empfiehlt den Podcast ZETTGEIST
Das Leben ist kein Ponyhof … das ist eine der weisen Sprüche, mit denen einen die ZETTGEISTler beglücken. Als ich diesen Podcast zum ersten Mal hörte, hat er mich sofort in meine Schulzeit zurückversetzt, genauer in die letzten Jahre bis zum Abitur, Mitte der 1980er Jahre. Da gab es mindestens dreimal im Monat eine Party. Und die machte immer dann besonders viel Spaß, wenn man bei den coolen Leuten sitzen konnte, die coole Sachen erzählt haben, die von den neuesten Filmen aus Amerika schon gehört hatten, deren große Geschwister Platten aus London mtgebracht hatten. Das war immer viel aufregender als die Kifferliegegruppe im Nebenzimmer oder diese Drecksbierdosenmeute auf dem Flur. Naja, aber irgendwann wurde man älter, die Parties wurden seltener und die coolen Leute verschwanden nach Berlin und New York und wurden Comiczeichner oder so.
“Man könnte sehr schnell per eMail oder Videoblog weltweit Menschen ansprechen und sie ausfragen. Doch man würde nur etwas sehen, was andere auswählten – mit Kameraperspektive und Bildausschnitt. Die, die gar kein Internet haben, existieren im selbstreferenziellen Web so gut wie gar nicht. Gehörten sie nicht dazu? Diese Fragen führen konsequent in eine Richtung: Verlassen des secondhand-Lebens im cyberspace – raus in die echte Welt. Unsere Reise führt uns durch sechs Kontinente und sechs Länder mit den meisten Internetanschlüssen je Region. Und machen uns auf zu einer 360°-Sicht …”
Jede Zeit hat die Medien, die sie verdient. Was sagt das denn eigentlich über Blogs aus? Und wie hätte eigentlich ein Blog in der Wirtschaftswunderzeit ausgesehen? Anschnallen und mit dem “textrundfunk” des WDR schnell ins Jahr 1956 springen. Und wer von den 50ern nicht genug bekommen kann, der hat bestimmt viel Spaß in der Bräuteschule. Aber ich glaube, für eine Zeitreise würde ich mir vielleicht doch eine andere Epoche aussuchen …