Alle Wege führen nach Rom,
keiner nach Wien
Der Weltmeister hat sich verabschiedet aus dem Turnier – die Sprechbude hat auch hier wieder den richtigen literarischen Gruß parat: ein kleiner Auszug aus Dantes “Göttlicher Komödie”. Es liest Christoph Maasch.
Und hier die vier Aufstellungen der Italiener bei der KulturEuro2008: Siesta italiana | Giorgio Morandi | Luigi Malerba | Fruttero/Lucentini – Trainerin war Prof. Pu.
In dem Film “Habana Blues” des spanischen Regisseurs Benito Zambrano geht es um die begnadeten Musiker Ruy und Tito. Sie schlagen sich mit Nebenjobs durchs Leben und träumen von der großen Musikkarriere. Das charmant-chaotische Duo kommt mit ihrer Mischung aus Punk, Blues und Salsa prächtig in der lebendigen Untergrundszene Havannas an. Der Zuschauer bekommt dieses kreative und junge Leben Kubas im Kontrast zu einer alten und bemitleidenswerten Stadtkulisse geboten. Hinzu kommt eine abgefahrene Musik, die so gar nichts mit den üblichen kubanischen Musikklischees zu tun hat. Übrigens eindrucksvoll festgehalten auf der CD “Habana Blues” (2005). (Auf der Trainerbank: Gabriel Gil Croino)
Ganz traurig war ich als Luigi Malerba vor wenigen Wochen starb – der Stoff für neue ironische Hühnergeschichten wäre ihm nie ausgegangen, ‘die endliche Entdeckung der menschlichen Seele in all ihren hühnerhaften Aspekten’, wie Italo Calvino einmal über die nur wenige Zeilen langen Geschichten sagte. Es gibt das traurige, das unsichere, das gefräßige, das eitle, das größen-wahnsinnige, das pyromanische, das Philosophen-Huhn und noch viele andere. Er erklärt das Prinzip der Mafia anhand des Hühnerhofs und alle menschlichen, scusi, hühnerlichen Eigenheiten dazu. Das ideale Buch zum Immer-mit-sich-tragen, es wird nie langweilig …
“Eine Tragödie ist nicht genug – Wir bringen England doch noch zur EM!”
Es steht noch aus: 2001 sah ich mit einem guten Freund im Kino “Die Entdeckung des Himmels” des niederländischen Regisseurs Jeroen Krabbé – ein großartiger Film, nach einem – wie man so hört – ebenso großartigen Roman von Harry Mulisch. Seitdem steht das Buch auf meiner Liste, weil es eine Verbindung von Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Mythologie, Religion und Gesellschaftsanalyse ist – da kommt mir der Gedanken, ob das vielleicht auf alle großen Romane zutrifft? Wie auch immer: Wenn die niederländischen Fußballerspieler das Finale gewinnen, dann kaufe ich mir am nächsten Tag das Buch und werde hier bei SchönerDenken darüber schreiben. Und wenn die Niederländer nicht Europameister werden … dann auch. (Auf der Trainerbank: Thomas Laufersweiler)
Als Empfehlung zur Abwechslung einen Auschnitt und zwar aus Nikolai Gogols “Der Wji”:







