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1999: The American Taylor Durden Existenz
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter 14 Jahre ohne Kino, Kino am 21.Juni 2012

In unserer Reihe “14 Jahre ohne Kino” erzählen wir einem, der 14 Jahre nicht im Kino war, was er verpasst hat. Nach Hendrik, unserem Stargast Abspannsitzenbleiber und Götz kommt Thomas als Letzter dran: Kurz und knapp meine Top Ten des Filmjahrgangs 1999. Mein Hauptkriterium ist: Will ich den Film heute Abend noch einmal sehen? Unter diesen zehn kann ich beim besten Willen keine Abstufung mehr vornehmen:
Ich bin ja der Letzte, der irgendeinen Twist begreift, und so hatte ich besonders viel von Fight Club. Mir blieb im Kino die Luft weg – wie die meisten Männer hatte ich das Gefühl der Film sei uns auf die Schliche gekommen. / “Ein verstörendes Meisterwerk” sagt die Filmkritik gerne, bei eXistenZ trifft es tatsächlich zu: Cronenberg hat mich zwischen Traum und Realität am Nasenring durchs (Kopf-)Kino geführt. / Hätte ich 1999 meinen Lieblingsfilm nennen sollen, wäre es definitiv Matrix gewesen – die Mischung aus SF, Action, cooler Optik und neuen, sehr clever eingesetzten Effekten hatte mich umgehauen. Ein Meilenstein des Popcornkinos – nicht mehr und nicht weniger. / Sam Mendes kannte ich 1999 überhaupt nicht, aber sein Film American Beauty hat mich schwer beeindruckt. Viel wichtiger: Der Film hat mich auf einen Schlag bis heute zum Fan des einzigartigen Filmmusikkomponisten Thomas Newman gemacht. / Vor einem Jahr erst auf DVD entdeckt habe ich Insider – ich liebe politische Thriller mit moralischem Standpunkt und das ist einer der besten.
Menschen und ihre religiösen Überzeugungen – nicht immer ein Grund zur Freude. Optimistisch stimmt mich jedoch, dass ein Film wie Dogma nicht auf dem Index steht – ich mag diese anarchische Satire sehr. / Noch mehr schräge Ideen zeigt Being John Malkovich und ist der Beweis, dass auch ein intellektueller Film richtig Spaß machen kann. / Ganz oben auf meiner “Muss-ich-wieder-schauen”-Liste steht Magnolia – einfach weil die Liebe zum Kino in jeder Einstellung steckt: große Gefühle, große Schauspieler, große Bilder. Hach. / Am Ende zwei guilty pleasures aus der Genre-Kiste: Galaxy Quest macht alles richtig auf der dünnen Linie zwischen Star-Trek-Satire und Star-Trek-Hommage – sehr liebevoll in den Details und immer wieder brüllend komisch. / Und schließlich Sleepy Hollow – ich stehe bestimmt nicht im Verdacht ein Tim-Burton-Verehrer zu sein, aber als Freund von gothic novels ist dieser Film ein großer Genuss.
Der Text steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Quelle: Thomas Laufersweiler/SchönerDenken
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Lieber Thomas, es ist nicht, weil ich mich an Dich ranwanzen will oder so – theoretisch hätte ich meinen Kommentar auch unter Götz’ oder Hendriks Beitrag setzen können. ABER bei uns beiden ist die Übereinstimmung am größten. Ich erinnere mich an vier “Hängenbleiber” aus dem Jahre 1999. Und Du bist der einzige, von dem ich weiß, daß er “Dogma” auch gesehen hat – groß groß groß! Thema: groß! Drehbuch: groß! Darsteller: groß! Alan Rickman = supergroß! Viele Kritiker mochten den Film nicht, warfen ihm vor, sich nicht ernsthaft mit den Fragen nach Leben und Gott auseinanderzusetzen bzw. einfach nur albern und doof zu sein. Ja leck mich! Will ich vor dem Fernseher bzw. im Kino mein Kinn vorschieben und über Gott diskutieren? Haben Monty Python mit dem “Sinn des Lebens” nicht schon alles gesagt? Thomas, ich habe mich jedenfalls genau wie Du sehr gut amüsiert! Film Nummer zwei ist der, den Ihr alle erwähnt, und das zu recht: “Magnolia”. Dieser Film ist ein Highlight, besetzt jede Menge Rezeptoren beim Zuschauer. Und nein, ich bin nicht hin und weg von dem Film, weil mein geliebter sexy Cruise-Stöpsel mitspielt, auch wenn er in seiner Rolle zeigt, was er drauf hat. “Magnolia” hat echte Kino-Magie! Nummer drei dagegen ist die “Schamrolle”, fällt grandios in die Kategorie: “Äh, ich guck das, weil Tom Cruise mitspielt und im Film viel rummacht” – “Eyes Wide Shut”. Ich bin ein großer Schnitzler-Freund und hänge ihm ein Tüchlein über den Bucheinband, wenn ich mir den Film anschaue. Er muß ja nicht unbedingt zugucken, was Kubrick aus seiner “Traumnovelle” gemacht hat… Ja, Thomas, und jetzt das finale Argument für meinen Eintrag unter Deinem Beitrag – nicht nur “Dogma”, sondern auch Cronenberg, für mich einer der Allergrößten. “eXistenZ”! Allein beim Anblick der Spielkonsole war ich schon weggebeamt. (http://www.youtube.com/watch?v=IEuykd38iNE) Entweder kralle ich mich in Sofabezüge (oder Kinosessel) bei Cronenberg-Filmen oder ich treibe willenlos in andere Dimensionen. Manchmal kann ich dann noch wissend lächeln bei einem Bezug für Cronenberg-Fans (“Carcrash” als Anspielung auf “Crash”, einen anderen Cronenberg-Film mit James-Spader-Schnucki in der Hauptrolle), manchmal steht mir auch einfach nur eine Weile der Mund offen. Vielleicht gibt “eXistenZ” ja den “Dogma”-Kritikern auch ein paar der dringend gesuchten Antworten auf der Frage nach Gott – vielleicht in der Aufzuchtstation für mutierte Amphibien? Beste Grüße von Martina