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TV-TIPP: “Gran Torino”: Clint Eastwoods Abschiedsvorstellung
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 19.Februar 2012
Fernsehtipp Sonntag | 19. Februar 2012 | 20.15 Uhr | ProSieben
Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Gran Torino” und sind begeistert:
Es war wahrscheinlich das letzte Mal, dass Clint Eastwood vor der Kamera stand. Er hat sich – und uns – eine würdige Abschiedsvorstellung gegönnt. Den wunderbaren Helden/Antihelden Walt Kowalski, der fremdenfeindlich, ungeduldig, unzufrieden, stur und selbstgerecht ist. Und der seit einem halben Jahrhundert mit Schuldgefühlen leben muss.
Als die Probleme in Walts Viertel auch vor seinem Rasen nicht halt machen, löst er sie auf seine Weise – mit Gewalt. Und als Walt mit diesem Rezept an einen toten Punkt kommt, fällt Clint Eastwood deutlich mehr zu den Themen Verbrechen, Angst vor dem Fremden und Schuld ein als den allermeisten Filmemachern.
Ein sehr geradliniger, schnörkelloser, auch optisch schöner Film, über einen alten Mann, der versucht sich und seinen Werten in einer mutierenden Welt treu zu bleiben. Was man auch über den Kino-Titanen Clint Eastwood sagen kann. Man sollte die Gelegenheit nutzen, dieses faltige und so unglaublich beeindruckende Gesicht noch einmal im Dunkeln hausgroß vor sich zu sehen.
Link
Das absolut unverzichtbare Interview mit Clint Eastwood (Süddeutsche). Hier eine Kostprobe – seine Meinung (als Republikaner) über die Bush-Regierung:
“Sprachen wir über Demut? Diese Administration hat sich aufgeführt wie eine Horde betrunkener Seemänner bei Windstärke zwölf. Ja, meine Trauer über diesen Abschied ist überschaubar.”
Dieser Beitrag erschien zuerst am 30. März 2009.
Schlagwörter: Clint Eastwood, Thomas









Nachdem ich den Film jetzt endlich auch habe sehen können, ziehe ich ebenfalls den Hut vor diesem rundum gelungenen Alterswerk. Eastwoods Hauptfigur Kowalski, das Zusammenbrechen seiner Welt und die Auffindung einer neuen sind entspannt und unaufgeregt und dabei äußerst spannungsvoll erzählt. Nach wenigen Minuten hatte ich den einzigen Störfaktor (den mir unvertrauten Synchronsprecher für Kowalski) völlig vergessen und hatte zwei wunderbar intensive Kinostunden. Mann soll’s ja nicht vorab heraufbeschwören, aber die letzte Szene mit Kowalski ist – sollte sie sich auch als die letzte mit Eastwood als Darsteller erweisen – ein würdiger und absolut passender Schlusspunkt unter eine der ganz großen Filmkarrieren.