Die Liebesfilme des Herrn Hitchcock (Vierter Teil)
Ein Beitrag von Goetz, abgelegt unter Kino, Podcast, Tausendundein Film am 19.September 2010
Tausendundein Film. Götz bringt uns besondere Filme nah – tausendundeinmal. Und pünktlich zu Alfred Hitchcocks 111. Geburtstag startete Götz seine neue Serie. Heute beendet Götz den Vierteiler rund um Hitchcocks “Suspicion” und wir freuen uns schon auf die nächste Folge von “TausendundeinFilm”.
In den ersten zehn Jahren, die Hitchcock in Hollywood verbringt, kehrt er immer wieder ins britische Milieu zurück. Der erste Film für David O. Selznick, in dessen Studios, wo kurz zuvor „Vom Winde verweht“ entstanden war, gedreht, ist sogar noch, wie Hitchcock selbst sagt, ein britischer Film. Würde man aus „Rebecca“ die schauerromantischen, melodramatischen Elemente, den vermeintlichen Mord und Mrs. Danvers streichen, bliebe immer noch eine Liebesgeschichte von stupender psychologischer Wahrhaftigkeit, die auf eigenen Füßen stehen könnte, was vor allem auch den beiden Hauptdarstellern Laurence Olivier und Joan Fontaine zu verdanken ist, die völlig eins sind mit ihren Charakteren. Ist uns das nicht sehr vertraut, was die Liebe der beiden strapaziert? Lassen wir die Fallhöhe vom reichen Adligen zur armen Waise, die sich als Gesellschafterin von einem weiblichen „Drachen“ schikanieren lassen muss, beiseite, diesen immensen sozialen Unterschied. Es braucht ihn nicht, um zwischen Liebenden dieses Problem entstehen zu lassen, das hier vorliegt: sie liebt ihn, er liebt sie, doch sie glaubt ihm nicht, dass er sie so liebt wie sie ist.
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Es gibt keinen besseren Film über die Ehe als Hitchcocks „Verdacht“ („Suspicion“) aus dem Jahr 1941. In ihm geht es um Vertrauen und Misstrauen, um die Frage also, was eine Beziehung erhält und was sie zerstören kann. Dies ist auch das Thema von zwei anderen Hitchcock-Filmen, in denen Ehen, die von einem düsteren Geheimnis überschattet sind, im Mittelpunkt stehen: „Under Capricorn“ (1949) und „Rebecca“ (1940). In allen drei Filmen sehen wir Paare in schwere Krisen geraten und alle drei Filme stellen den Charakter der Beziehungen – jeweils mit Hilfe der Präsenz herausragender Schauspieler – mit einem Wissen um die menschliche Natur dar, an die nur wenige explizit als Ehe- oder Liebesdramen konzipierte Filme heranreichen. Hitchcock war der Meister des Suspense, aber er war auch der Meister der beiläufigen Psychologie.
Auf seinem gelassen aufgerollten Band des Erzählens kehrt alles wieder und wieder und hinter allem können sich Zeit und Raum entfalten, öffnen sich Fenster in die Vergangenheit oder an andere Orte, zum Beispiel wenn die freien Assoziationen Bezug nehmen auf die Indianer, nicht auf deren historische Wirklichkeit, sondern auf den Mythos, wie er von Cooper, Karl May und den Western des Kinos geschaffen wurde, dem Meier in fast kindlicher Weise anzuhängen scheint. Wichtig auch der Imaginationsraum „Russland“, und zwar jenes Russland, dass von Tolstoi, Puschkin und Tschechow überliefert wurde. Einer der vier Bände der Tetralogie lässt das Reden und Nachsinnen unter anderem um Napoleons Russland-Feldzug und Tolstois Schilderung der Schlacht von Borodino kreisen. „Borodino“ ist auch der Titel des Bandes. Die anderen Bände tragen die Titel: „Toteninsel“, „Land der Winde“ und „Ballade vom Schneien“.
BIG IN JAPAN: SchönerDenken berichtete vom 







