… nur drei Sommertage lang
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 13.Januar 2010
Fast wünschte ich mir, wir wären Schmetterlinge
und lebten nur drei Sommertage lang.
Drei solcher Tage mit dir könnte ich mit mehr Entzücken füllen
als fünfzig gewöhnliche Jahre jemals fassen könnten.
Die üblichen Verdächtigen kommen aus “Bright Star” von Jane Campion – ein Podcast der leisen Töne, sie sind noch traurig und wie in Verzauberung, berichten von magischen Augenblicken, die sie für den Rest ihres Kinozuschauerlebens behalten werden, sehen eine Kulturgeschichte der Emotionen und wunderbare Gemälde. Dem einen allerdings hat etwas gefehlt und dem anderen war der Film zu schnell:
Romantische Liebe – das ist Rosamunde Pilcher, das ist Weichzeichner und das sind Frauen mit unrealistischen Vorstellungen vom Leben im Allgemeinen und Männern im Besonderen. Aber Liebe in den Zeiten der Romantik – das ist Jane Campion, das ist Leidenschaft, Verliebtsein, Sehnsucht, Poesie, eine brennende Flamme, Licht und Blüten und Schmetterlinge. Und für drei Sommertage ist das alles Wirklichkeit. Campions Kunst ist die Kunst des Verzichts auf naheliegende gefühlsduselige Streicher, auf Kerzenlicht und konstruierte Konflikte. Und wo dieser wunderbare Film ein wenig Zuckerguss hat, dann ist es der Zuckerstaub auf den süßen Lippen der Geliebten.
Links
Michael Sennhauser erkennt, warum der Film so denkbar weit von Liebeskitsch entfernt ist:



Mattia und Alice sind solche Primzahlen. Beide haben in ihrer Kindheit traumatische Dinge erlebt, die sie hellsichtiger machten, aber zugleich auch zu einsamen Außenseitern. Als die beiden sich im Gymnasium kennenlernen, ist sie gerade dabei, sich in einer Freundin zu täuschen, während er seinen einzigen Schulfreund unabsichtlich enttäuscht. Fast zwei Jahrzehnte lang berühren und verfehlen sie sich. Wenn sie überhaupt zu jemandem Vertrauen fassen können, dann nur Mattia zu Alice, Alice zu Mattia. Sie erleidet aufgrund der Sturheit ihres Vaters einen schweren Skiunfall.
Alvise, Sohn eines Bootsführers in Venedig, hat in der Schule viel zu kämpfen. Als Einzelkind hatte man es im Italien der Sechziger und Siebziger Jahre nicht leicht. Und da sich gleich und gleich gern gesellt, freundet er sich mit Noemi an, selbst auf die Gefahr hin, als „Mädchenschmecker“ zu gelten, was noch schlimmer ist als „Einzelkind“. Noemi, in Manhattan aufgewachsen, ist ebenso, da Einzelkind, eine Außenseiterin. Sie verbringen eine wunderbare Zeit miteinander, am liebsten essen sie zusammen Eis:







