The Sound of Ipanema
Ein Beitrag von Matthias, abgelegt unter Buch, Musik am 26.Juni 2009
Matthias über Bossa Bova und die brasilianische Musik der 60er
Dass der Bossa Nova an allem Schuld sei, gehört zu den Stilblüten des deutschen Schlagers, die bis heute fast jeder kennt. Mitte der 1960er hatte die Bossa-Nova-Bewegung auch die deutschen Hitparaden erreicht, mit denen sie musikalisch aber nichts gemein hatte. Nicht einmal die Grammatik stimmte, denn eigentlich ist es die Bossa Nova. Vielmehr war Bossa Nova mit südamerikanischer, speziell brasilianischer Musik und später auch mit amerikanischem Jazz verbunden. Erstere hat er gegen Ende der 1950er Jahre revolutioniert, letzterer ließ sich von ihm inspirieren.
Wie es dazu kam, dass ein ursprünglich keineswegs massentauglicher Musikstil zeitweilig in aller Munde kam, beschreibt anschaulich, häufig amüsant und anekdotisch Ruy Castro in seinem in Portugiesisch bereits erstmals 1990 erschienen Buch “Bossa Nova. The Sound of Ipanema. Eine Geschichte der brasilianischen Musik”.
Castro hatte Gelegenheit, viele der Protagonisten der Musikbewegung noch persönlich zu sprechen. Etliche davon, so z.B. Antônio Carlos Jobim, sind mittlerweile verstorben. Jobim und vor allem auch João Gilberto, 1931 geboren, bilden das biographische Rückgrat des Buches. Über sie, vor allem über den Werdegang von Gilberto erfährt man viel. Setzt man das Jahr 1958 mit der Gilbertos Aufnahme von “Chega de Saudaude” (etwa: “Genug mit Sehnsucht”) als Beginn der Bossa Nova fest, so waren Jobim wie Gilberto keine Neulinge mehr. Jobim verbrachte Jahre und Nächte in Clubs und Bordellen am Klavier. Daneben arbeitete er für den Rundfunk und nahm Schallplatten auf, während Gilberto häufig nomadisch und einzelgängerisch durch die Appartments von Freunden zog und dabei seine Ideen entwickelte. weiterlesen


















