TV-TIPP “Der Mann, der niemals lebte”: Tod, Lügen und Satellitenbilder
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 26.März 2012
Fernsehtipp Montag | 26. März 2012 | 22.15 Uhr | ZDF
Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Der Mann, der niemals lebte”
Im Podcast erfahren wir, was dieser Film hat, was Syriana fehlte – warum wir auch eine Liebesgeschichte kaufen – und warum wir als Über-40-Jährige mal eine Ausnahme von der “James-Toback-Regel” machen.

Ein Regisseur, der sein Drehbuch, seinen Film, seine Schauspieler ernst nimmt. Schauspieler, die ihre Rollen ernst nehmen. Und alle zusammen nehmen den Zuschauer ernst. So einfach ist das mit “Body of Lies”. Eine Spionagegeschichte mit ambivalenten Charakteren, die zwischen Arroganz, Pflichterfüllung und Familienalltag oder zwischen Scheidung, Lebensgefahr, Lügen und dem Reiz einer fremden Welt flimmern – und das vor einem (für Hollywood-Verhältnisse) eher realistischen Hintergrund. Da wird ein Leben per Telefon ausgelöscht, während die Tochter Fußball spielt, da herrscht Zynismus statt Vertrauen:
“Wir sind eine ergebnisorientierte Organisation. Und ich brauche jetzt Ergebnisse.”
Die Macht der westlichen Geheimdienste schlägt in Ohnmacht um, wenn ihre Feinde keine Handys und keine Kreditkarten mehr benutzen. “Body of Lies” legt einen spannenden Thriller auf diese Folie und kann sogar noch eine Liebesgeschichte dazu packen. Ein Lob an William Monahan (“The Departed”, “Königreich der Himmel”), der das Drehbuch nach dem Roman des früheren “Washington Post”-Journalisten David Ignatius verfasst hat – auch für wirklich gelungene Dialoge und spitze Bemerkungen wie diese (als ein Arzt nach einer Explosion Splitter aus dem Arm des Helden holt):
“Knochensplitter. Aber nicht Ihre.”
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