Zwischen Kirk und Kafka

Vater, Tochter und das Schwarze Loch: Nolan schnürt mit „Interstellar“ das Komplettpaket

© Warner Bros. 2014

© Warner Bros. 2014


Wenn Physik auf Metaphysik trifft, kann es schon mal heikel werden im Hollywood-Kino.

Auch und gerade wenn Hollywood-Titan Christopher Nolan das Spielfeld betritt. Er packt einiges zusammen:
1. eine realistische Vision einer düsteren nahen Zukunft
2. großformatiges SF-Spannungskino
3. eine konstruierte, monokausale Vater-Tochter-Beziehung und
4. gefühlt: eine Erklärung für fast alles.
Das ist dann am Ende zu dick aufgetragen, da sind sich die Üblichen Verdächtigen einig. Trotz unübersehbarer Schwächen funktioniert „Interstellar“ auf der Leinwand über weite Strecken sehr gut.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Interstellar
USA/GB 2014, 169 Min., Regie: Christopher Nolan


Andere Menschen,
andere Meinungen

Jeder Filmblogger und -Podcaster, der nicht bei zwei auf dem Baum war, hat sich zu „Interstellar geäußert. Wir beschränken uns wie immer auf besonders lesenswerte Highlights. Bullion (moviescape) hat – wie wir – seine liebe Not, mit dem Filmschluss: „Am meisten Probleme hatte ich wohl mit dem Ende des Films, welches auch symptomatisch für die vorherigen Schwachpunkte steht: Es wirkt irgendwie ein wenig neben der Spur, was den Erzählton des Films angeht. Hier hätte ich mir mehr Mut zur Konsequenz gewünscht, was dem Film auch in einigen vorhergehenden Szenen abgeht.“

Wir danken Cellurizon für die beispielhafte Aufzählung von Logiklöchern: „Warum kann eine Oberflächenanalyse eines Planeten nicht durchgeführt werden, ohne darauf landen zu müssen? Warum kann der Planet nicht durch einfaches Überfliegen bereits in seiner Untauglichkeit eingestuft werden, wenn die Oberfläche aus nichts als Wasser und gigantischen Wellentürmen besteht? Warum verhält sich die Quotenfrau der Crew im ungünstigsten Moment wie eine Idiotin, kann aber fünf Minuten später mit viel Wissenschafts-Waka Waka schon wieder vernunftbegabt erklären, was da eigentlich grade schief gelaufen ist?“

Jacker (jackers2cents.de) ist noch im Meinungsfindungsprozess mit leichter Tendenz zur Euphorie: „WAS für Bilder und WAS für eine Atmosphäre – für so etwas wurden 200qm Leinwände aufgegespannt. […] Wenn z.B. das Raumschiff der Crew in völliger Stille, als kleiner, kaum noch wahrzunehmender Punkt vor dem Saturn entlang schwebt, könnte ich ob der Wirkung dieses Bildes weinen vor Glück.“

Podcast-Tipps

„Interstellar“ ist natürlich auch ein gefundenes Fressen für die Podcaster: Sascha hat mit Alex ausnahmsweise den PewCast-Podcast direkt nach dem Film aufgenommen (sehr hörenswert), die beiden übriggebliebenen Jungs bei Celluleute haben für „Interstellar“ eine Nachtschicht eingelegt und engagiert geht es auch auf der Cinecouch zur Sache. (Update: Jacker hat noch mehr Podcasts zu „Interstellar“ zusammengesammelt.)

Schreibe einen Kommentar

Standard-HTML ist erlaubt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Abonnieren Sie die Kommentare zu diesem Beitrag über RSS