Podcast zwischen Kirk und Kafka

„Manchester by the Sea“: Vom Willen, weiter zu leben

Casey Affleck und Lucas Hedges in MANCHESTER BY THE SEA Photo credit Claire Folger © UPI Media Amazon Studios


Direkt nach dem Film sind wir ziemlich kleinlaut und reden uns ganz langsam die Last von Trauer und Schuld, die wir in MANCHESTER BY THE SEA gesehen habe, von der Seele. Ein großer Film, der sehr langsam und sehr intensiv davon erzählt, wie Menschen nach Schicksalsschlägen versuchen, weiter zu leben. Im Podcast viel Lob unter anderem für Casey Affleck und eine hitzige Diskussion über die Filmmusik. Am Mikrofon: Bettina, Tom, Uwe und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Manchester by the Sea
USA 2016, 138 Min., Regie: Kenneth Lonergan


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Casey Affleck lieferte schon in Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford oder Gone Baby Gone (beide aus dem Jahr 2007) gute Leistungen – doch seine Performance in Manchester by the Sea ist nicht nur die beste Darstellung seiner bisherigen Karriere, sondern auch eine der eindringlichsten, überzeugendsten Interpretationen einer traumatisierten Person, die jemals auf der Kinoleinwand zu sehen war.“
Andreas Köhnemann für kino-zeit.de

„Das Zusammenwachsen von Onkel und Neffe ist dabei so unterhaltsam, dass man zwischenzeitlich immer wieder vergisst, dass es hier eigentlich um Trauerverarbeitung geht. Diese wird vor allem zwischen den Zeilen erzählt. Überhaupt erzählt MANCHESTER BY THE SEA viel, indem er bestimmte Dinge nicht erzählt. Manche Geschehnisse, das zeigt sich schnell, sind zu grässlich, um sie in Worte oder Bilder zu packen. Der Film nutzt das Hilfsmittel, dass er die nicht weniger dramatischen Folgen der Ereignisse zeigt.“
Bianca Mewes für duoscope.blogspot.com

„Doch trotz Zweieinviertel Stunden Laufzeit verdichtet sich der Plot nie, intensivieren sich weder Misere noch Katharsis, wiederholt sich vieles anstatt aufeinander aufzubauen. Afflecks Figur will nicht reden und kommt mit niemandem zurecht – über dieses Motiv droht der Film ein wenig einzudösen.“
Throsten Krüger für KOMM & SIEH

„Die Abkehr vom bloßen Fatalismus und der gleichzeitige Mut auch schwer vereinbare Gefühle, Sprachlosigkeit und die Abwesenheit von Erlösung nebeneinander stehen zu lassen, geben Kenneth Lonergan drittem Film eine Kraft, die im Kinosaal eine enorme Wirkung entfaltet. Wofür wahrlich auch der gelungene Einsatz klassischer Musikstücke verantwortlich ist, die Manchester by the Sea stellenweise auf eine gar transzendente Ebene heben. Alles ist gleichzeitig ganz groß und ganz klein, alltäglich, unvorstellbar und oft auch unaussprechlich.“
Conrad Mildner für Cinema Forever



 

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