Podcast zwischen Kirk und Kafka

THE BULLET TRAIN: Panik im Tokio-Express (10Jahre10Filme10Züge)

Zehn Jahre Zehn Filme Zehn Züge


Eine Bombe im vollbesetzten Zug – fährt der Zug über 80 km/h wird die Bombe scharf, fährt der Zug unter 80 km/h geht die Bombe hoch. Schon mal gehört? Genau: „Speed“ leiht sich 1994 die Idee von „The Bullet Train“ aus. Der japanische Ensemblefilm aus dem Jahr 1975 schwimmt im Fahrwasser der Katastrophenfilme wie „Airport“. Dabei ist er mitunter sperrig und wechselt auch mal das Genre Richtung französischer Gangsterfilm noir.

Dies ist die vierte Fahrt im Jubiläumszug „10 Jahre 10 Filme 10 Züge“ und sie geht mit dem Shinkansen auf tödliche Fahrt mitten durch Japan. Mit an Bord sind die Japanversteher Brian Ackermann und Lukas Laier von Tanuki Republic. Mit diesen beiden charmanten Experten nehmen sich Hendrik und Thomas „The Bullet Train“ vor.

Lukas Laier und Brian Ackermann von Tanuki Republic beim Podcast

Lukas Laier und Brian Ackermann von Tanuki Republic während der Aufnahme

Noch ein Wort zu Tanuki Republic: Das niedliche Japan ist allgegenwärtig, Tanuki Republic aber schaut auf das andere, das alltägliche, das wirkliche Japan – und zwar wie es sich im Anime spiegelt. Seit Anfang 2015 zeigen die Autoren die Träume und Hoffnungen und sozialen Spannungen auf – und wo sonst kann man sich über den Feminismus im japanischen Anime informieren? Ein toller Blog. Lukas und Brian hatten wir auf Nippon Connection 2016 kennen gelernt und waren uns sicher, das wir zusammen podcasten müssen. Jetzt sind wir uns sicher, wir müssen wieder mit den beiden Jungs podcasten :-)


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

00:00:00 Begrüßung und Vorstellung von Lukas Laier und Brian Ackermann
00:03:01 Exkurs zu „Being Good“
00:04:20 Über Tanuki Republic
00:05:55 Wie kam SchönerDenken zum japanischen Film
00:08:53 Die Fassungen The Bullet Train / Killer Train / Panik im Tokio-Express
00:10:20 Worum geht es in „The Bullet Train“?
00:12:17 Macht „The Bullet Train“ Spaß?
00:16:11 Wieso fiel die Wahl auf „The Bullet Train“?
00:18:44 In der Hauptrolle: Ken Takakura
00:24:03 Die Motive des Täters
00:30:19 Auf die Unfähigkeit der Polizei ist absolut Verlass
00:34:38 Die Ohrfeige
00:36:30 Mit wem soll ich mich identifizieren?
00:40:33 Der Schaffner: Ohnmacht und Kontrolle
00:46:57 Der trojanische Katastrophenfilm
00:50:02 Das Pferd wird von hinten aufgezäumt
00:54:00 Ein Linksradikaler unter den Tätern?
01:03:20 Die wahre Bedeutung des vierten Täters
01:11:43 Special Effects: Wenn ein Böller die Modellbahn zerfetzt
01:14:23 „The Bullet Train“ als Zugfilm
01:19:04 Es gab so verdammt viel Zooms!
01:26:38 Es lohnt sich durchzuhalten
01:28:30 Vorankündigung „Rheingold“
01:33:17 Anime-Tipp: „Baccano!“
01:35:08 Ausklang, Danke und Abschied


Shinkansen daibakuha – Bullet Train (Panik im Tokio-Express)
JAPAN 1975, 152 Min., Regie: Junya Sato

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„Von Beginn weg ist die Dynamik hoch, trotz schlechter Hintergrund-Projektion, trotz Klischees, trotz sperrigen Momenten. Satos Konzept ist es, auch seine Akteure nie zur Ruhe kommen zu lassen. Sie schreien hysterisch, sie schwitzen gestresst und rennen im Raum herum. Nichts bleibt hier statisch. Das ist genau der richtige Weg, um dem Film den nötigen Drive zu verleihen. Was dabei jedoch verloren geht, ist Charakterbildung. Ausser von Bösewicht Okita erfahren wir von kaum einer Figur etwas.“
Marco für molodezhnaja.ch Marco für molodezhnaja.ch

„Es war in den 60’ern und 70’ern eine sorgfältig gehegte Tradition des großen japanischen Toei Studios, ein bis zweimal jährlich seine größten Filmstars für eine ganz besondere Großproduktion zu versammeln. Nachdem in den Vorgängerjahren dies überwiegend in Filmen geschah welche dem Jidai-geki Genre zuzuordnen sind, wandte man sich 1975 dem damals populären aber auch sehr kurzlebigen Paniku eiga zu, dem Katastrophen Film.“
Johnny Danger für MEDUSIS X

„Dennoch folgt Regisseur Jun’ya Satô (der auch am Drehbuch mitschrieb) in dramaturgischer Hinsicht überwiegend westlichen Vorbildern, versäumt es dabei allerdings nicht, dem Geschehen auch einen asiatischen Stempel aufzudrücken. So beleuchtet der Reißer abseits seines Katastrophenszenarios auch die wirtschaftliche Situation des Landes, wenn in Rückblenden die zum Teil fatalen gesellschaftlichen Verhältnisse geschildert werden, welche die Bombenleger erst in ihre verzweifelte Lage brachten.“
DJANGOdzilla für Jäger der verlorenen Filme

„Geschickt montiert Satô solche in Rückblenden erzählte Sozialdramaanklänge über den Verlust der wirtschaftlichen Kraft und schließlich der eigenen Würde mit den aktuellen Ereignissen in und um den fahrenden Zug. Bilder vor Anspannung und Angst schwitzender Bahnbediensteter wechseln sich mit Aufnahmen des rasenden Zuges, panischen Passagieren, gescheiterten Geldübergaben und angestrengt arbeitenden Polizisten auf der Suche nach den Tätern ab.“
Stefan Dabrock für dvdheimat

„Auf der anderen Seite haben wir aber die Charakterisierung der Erpresser positiv zu verbuchen, die nämlich nur wenig klischeehaft, stattdessen überraschend differenziert ausfiel. So überzeichnete man sie nicht als vollkommen skrupellose Monster, wie ärgerlicherweise so oft in Hollywood-Actionproduktionen zu beobachten, sondern zeigt sie von einer durchaus (im positiven Sinne) menschlichen Seite.“
buxtebrawler für OFDB


Der Trailer der deutschen gekürzten Fassung


Unsere Jubiläumsreihe setzen wir fort mit RHEINGOLD.

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