FilmPodcast zwischen Kirk und Kitano

TRANSIT: Die Zukunft der Vergangenheit ist allgegenwärtig

Franz Rogowski in Transit @ 2018 piffl Medien


Das ist eine mutige Entscheidung: Petzold verfilmt Anna Seghers Roman aus dem Zweiten Weltkrieg nicht als Kostümfilm, sondern versetzt ihn optisch ins Jahr 2017, passt aber die Vorlage, die Sprache, die Handlung nicht an. Das hat Johanna und Thomas eine Zeitlang sehr irritiert, bis die Figuren, die Handlung und die Emotionen in den Vordergrund treten. Petzold aber gelingt durch diese Ungleichzeitigkeit der gewünschte Effekt: Das Geschehen wird von uns Zuschauern nicht in die 1940er projeziert und weggeschoben, es ist absolut klar, das die gezeigte Vergangenheit unsere eigene Zukunft sein könnte. Großartig besetzt mit Franz Rogowski und vielen anderen. Absolut sehenswert – finden Johanna und Thomas direkt nach dem Film im Podcast. (Gesehen im Palatin)


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Transit
D 2018, 101 Min., Regie/Drehbuch: Christian Petzold


Andere Menschen,
andere Meinungen

„… erschafft so einen Sog, der in der Tat mitleiden lässt mit einer Liebesgeschichte, die eigentlich wie eine verquere Kombination aus CASABLANCA und DER UNSICHTBARE DRITTE wirkt. Diese Dreiecksgeschichte ist natürlich genauso verheddert und unentrinnbar wie die skizzierte Trias und mit einer mysteriösen Tragik versehen, die dann aber doch erstaunlich ist: Schließlich sollte der Film gerade wegen seiner Ambiguität und seinem offenkundigen Anachronismus eigentlich anti-immersiv und dadurch nahezu theatral wirken. (…) Vollendet mit dem beißenden Kommentar im Gewand der Popmusik zum Schluss: Road to nowhere von den Talking Heads.“
Lucas Curstädt für die zweite produktion



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