FilmPodcast zwischen Kirk und Kitano

WONDER WOMAN: „Ich bin die, die das kann!“

Gal Gadot als Wonder Woman © 2017 Warner Bros.


DC und weibliche Helden? DC und Charaktere? Zack Snyder? Wir waren skeptisch. Bis wir Gal Gadot auf der Leinwand gesehen haben :-) Ja, vielleicht ist der Film nicht perfekt, er hätte etwas mutiger sein können und mehr auf Wortwitz und das komische Talent seiner beiden Hauptdarsteller vertrauen dürfen. Aber das sind nur kleine Mankos angesichts der ersten weiblichen Superheldin, die in einer Hauptrolle eine richtig, richtig gute Figur macht. Und damit meinen wir nicht Gadots lange Beine, sondern ihre Heldendarstellung mit am Anfang naivem Charme und hinreißendem israelischen Akzent, der wunderbar passt.

Eine Frau, die sich schon als kleines Mädchen nicht wegschubsen lässt – nicht von den Amazonen und schon gar nicht von Männern. Noch auf der Insel sagt sie: „Ich bin die, die das kann!“ Und das ist nicht nur ein überfälliges Motto für eine Superheldin, sondern genau der richtige T-Shirt-Aufdruck für Mädchen. Und „Wonder Woman“ ist Pflichtprogramm für alle Mädchen ab 12.

Am Mikrofon direkt nach dem Film eine große Runde: Heidi, Johanna, Tom, Andreas, Peter, Uwe, Dominik, Harald und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 


Nachschlag: Wir haben uns Wonder Woman noch einmal angeschaut, diesmal in der Originalversion, und diskutieren mit Katharina, die zum ersten Mal einen Superheld(innen)film angeschaut hat.

Steve: „I can’t let you do this.“
Diana: „What I do is not up to you.“


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Wonder Woman
USA 2017, 141 Min., Regie: Patty Jenkins


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Doch nicht nur an den Kinokassen zerlegt die kampferprobte Diana Prince ihre Gegenspieler, auch in Wonder Woman selbst werden Phallussymbole in einem martialischen Kraftakt überwunden. Bestes Beispiel dafür dürfte wohl die Erstürmung eines Festungsturms sein, an dem die Heldin erst zu scheitern droht. Erst im letzten Moment, durch eine Rückbesinnung auf ihre eigene Stärke, kann sie Halt im Mauerwerk finden, rammt ihre Hände mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit in das marode Mauerwerk (des männlich dominierten Superhelden-Blockbusterkinos) und bezwingt schlussendlich die unüberwindbar scheinende Hürde. Es ist beschämend, dass wir bei all dem Comic-Auswurf der letzten Jahre nicht schon viel früher eine schlagkräftige Superheldin bekommen haben, umso schöner, dass nun nicht Klassenprimus Marvel dieser Coup gelingt, sondern DC, dem ewig gescholtenen Prügelsack der Kritiker.“
Stefan Geisler für Cinema Forever

„Abseits all der unverwundbaren Augenblicke zerbricht in Diana etwas Gewaltiges, wenn sie im Finale auf dem Rollfeld zwischen der geballten Kraft einer Supernova und Casablancas unbeschreiblich wehmütigen Ende schwankt. Patty Jenkins entfacht ein tosendes Inferno, um die Entwicklung ihrer Superheldin zu vervollständigen, nachdem diese zuvor im Niemandsland zwischen trostlosem Stacheldraht und durch Gewehrkugeln aufgepeitschte Erde eine der wohl eindrücklichsten Szenen auf diesem Weg erlebte. Auf einmal herrscht nicht bloß die Unbesiegbarkeit der Zeitlupe, sondern ein mächtiger Energieschub, der den Götterkampf in apokalyptische Dimensionen voller Hoffnung drängt. Dann steht Diana vor flammendem Hintergrund und strahlt genauso wie Gal Godot, die diesen Film unerschöpflich als Leading Woman stemmt und bestimmt, als würde sie jede einzelnen Sekunde mit voller Hingabe genießen. Es gibt kaum ein schöneres Bild, das ein Superhelden-Film erschaffen kann.“
Matthias für Das Film Feuilleton

„Im finalen dritten Akt verkommt Wonder Woman jedoch zu einem der schlechtesten Superheldenfilme der Neuzeit. Es fühlt sich an, als wäre die Regie ausgetauscht und das Drehbuch nicht zu Ende geschrieben. Überhaupt fällt mit einem Schlag der gesamte Film wie ein Kartenhaus in sich zusammen.“
Schlopsi für Infernal Cinematic Affairs

„Es bleibt nach diesem Film nur zu sagen: Mehr davon! Mehr Frauen, mehr Diversität, mehr SuperheldInnen-Filme, die sich Komplexitäten annehmen. Wonder Woman hat hier auf jeden Fall einen neuen Standard gesetzt, der nach den Flops von Batman v. Superman: Dawn of Justice und Avengers: Age of Ultron doch wieder Lust macht auf solche Filme.“
Beatrice Behn für Kinozeit


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