Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

100 Jahre Film in 100 Minuten

Prof. Pu geht ins Kino:
„Auge in Auge – Eine deutsche Filmgeschichte“

„Es ist ein Genuß, diesem Film zu folgen, und man möchte, dass er nie endet.“ (Dieter Kosslick)

Podcast 55
Es fällt mir schwer, die Attribute, die diesem Film auf der Berlinale 2008 vorauseilten, nicht zu benutzen: Eine Liebeserklärung an das Kino, eine Hommage an den deutschen Film, eine Entdeckungsreise, ein Highlight für Cineasten, eine Zeitreise – alles ist richtig, alles trifft zu. Am liebsten wäre ich sitzengeblieben und hätte mir die nächste Vorstellung auch noch angesehen: zu schön sind die 100 Jahre in 100 Minuten deutscher Filmgeschichte. Wieviele Stunden die beiden Autoren, Michael Althen, Filmkritiker, und Hans Helmut Prinzler, Filmhistoriker, wohl gesichtet haben? Ich wüsste es gern.

Und am liebsten hätte ich dabei geholfen, den Reigen aus den 250 Filmen zusammenzustellen für „Die Augen der Frauen“ und „Die Blicke der Männer“, Rauchen, Telefonieren, Küssen und Schreien. Einfach nur wunderbar, es müsste nicht aufhören. Und dazwischen sprechen zehn Filmschaffende, darunter Doris Dörrie, Wim Wenders, Dominik Graf und Andreas Dresen, über ihre Lieblingsfilme. Sie erzählen, was sie an ihnen lieben und wie sie davon beeinflusst wurden, ganz persönlich und in Originalausschnitte eingebettet. Und Michael Ballhaus verrät ein Geheimnis über Fassbinders „Martha“, großartig! Dazu kommen noch kurzweilige Essays über das Kino der DDR, Berlin im Film, Film im Dritten Reich und die spannende Frage: Was ist deutsch am deutschen Film?

Diese Liebeserklärung, Hommage, Zeitreise oder wie auch immer man dieses Kleinod nennen will, ging mir ans Herz. Plötzlich hatte ich wieder Lust, alte Filme, meine ganz persönliche Filmgeschichte, wiederzusehen und bekam ihnen gegenüber ein schlechtes Gewissen. So, als hätte ich alte Freunde vernachlässigt weil es ja immer so viel Neues zu sehen gibt …

Wer noch mehr über den Film wissen will – im Presseheft auf der Homepage gibt es ein interessantes Interview mit Althen und Prinzler.