Gerade gesehen: Thomas über „The Reaping“

Das Böse hat vor langer Zeit seine Saat ausgebracht. Und jetzt ist es Zeit, die Ernte einzufahren. Aber wird Gott das zulassen? Wird die attraktive, aber vom Glauben abgefallene Ex-Theologin das Teuflische aufhalten können? Und was hat es mit den biblischen Plagen auf sich, die das Südstaaten-Städtchen Haven heimsuchen? Freunden des Genres kommt das vertraut vor. Vielleicht ein bisschen zu vertraut.

Religiöse Motive in Gruselthrillern haben eine lange Tradition und seit dem „Exorzist“ und dem ersten „Omen“-Film auch einen guten Ruf. Aber mit Genre-Filmen ist das so eine Sache. Man kann sich an die Spielregeln halten. Oder man kann sie lustvoll brechen. „The Reaping“ hält sich an die Regeln. Vor allem an die Regeln, wie man in Hollywood Geld verdient.

Das heißt, es gibt zwei Dutzend Aufschrecker, düstere Südstaaten-Atmosphäre, alte Villen mit Stromausfall, dramatisch warnende Priester, ein diabolisches Mädchen, das seinen Bruder getötet haben soll, Hinweise auf teuflisches und göttliches Wirken, Geheimnisse aus der Vergangenheit, echte Freunde und falsche Freunde, dazu eine im Genre unverbrauchte Schauspielerin, deren Name an den Kinokassen ziehen soll.

Das Ganze geht dann auch als solider Langeweilevertreiber durch. Oscar-Gewinnerin Hilary Swank macht ihre Sache gut. Überraschungen oder sogar eine inspirierte Neuerkundung des Genres sollte man allerdings nicht erwarten. Dazu sieht man dem Film sein begrenztes Budget und seine kommerziellen Absichten dann doch zu sehr an. Aber Warner Bros. wird seine Ernte einfahren. Wenn nicht an der Kinokasse, dann in den Videotheken.
„From beyond“ empfiehlt Hilary Swank, den Agenten zu wechseln.

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