Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Dr. Predator, bitte kommen Sie
zur Entbindungsstation

Alien-Kinofilme spielen ganz offensichtlich in zwei Ligen, viermal in der Champions League und jetzt zum zweiten Mal in der – na sagen wir mal – Bundesliga. Die Reihe „Alien vs. Predator“ wollte nie mehr sein als eine Horror-Action-SF-Show, die mit dem coolsten bösen Außerirdischen der Kinogeschichte Kasse macht. Wer nicht mehr erwartet, wird auch nicht enttäuscht. Und es würde mich nicht wundern, wenn die beiden AvP-Filme mehr Gewinn einspielen als die „offiziellen“ Alienfilme.

Worst of both worlds

Der neue Film bietet den absoluten Albtraum: Ein Predator wird zum Alienwirt – es entsteht ein Alienhybrid, ein humanoider Alleskiller. Und der landet auf der Erde – natürlich in einer amerikanischen Kleinstadt.

Da aber früh im Film das Kraftwerk von Gunnison zerstört wird und der Schauplatz nur hie und da von Notstromgeneratoren erhellt wird, sieht man nicht allzuviele Details. Während die Bevölkerung der Stadt unsystematisch aber unaufhaltsam abgeschlachtet wird, tut ein Predator sein Bestes, um die Alienhybridbrut einzudämmen. Das Ganze bleibt aber beliebig und weder das Alien noch der Predator strahlen viel von der Bedrohlichkeit aus ihren ersten Filmen aus.

Nur eine kurze Szene bleibt wirklich im Gedächtnis: Der Alienpredatorhybrid dringt in eine Klinik ein und vollzieht dort auf der Wöchnerinnenstation seinen – wie soll man das nennen? – vereinfachten Fortpflanzungszyklus. Ähem. Nichts für schwache Nerven und schon gar nichts für werdende Mütter oder Hebammen. Selbst der echte Alienfan muss sich für diesen Film nicht ins Kino bemühen. Da tut es auch die DVD – vielleicht sogar mit Regie-Kommentar. Der war schon im ersten AvP mit seinen Anekdoten interessanter als der Film.

Und wie sieht die Zukunft der Aliens im Kino aus? Wieder ein Film mit Sigourney Weaver und Lance Henrikssen? Produktion J.J. Abrams und Drehbuch Joss Whedon? Zu schön, um wahr zu sein :-)

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Die Fünf Filmfreunde sehen „wildgewordene Monster, die sich […] die Fresse matschig klopfen.“ Und es gibt gaaanz viele Kommentare.