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„Drive“: Es gibt keine guten Haie


Magisches, elegantes, subtiles Kopfkino – das ist „Drive“ – für die Üblichen Verdächtigen der beste Film des Winters. Eine zarte Liebesgeschichte und ein brettharter Krimi – etwa so als hätte Sofia Coppola „Goodfellas“ gedreht. Regisseur Nicolas Winding Refn („Walhalla Rising“) hat die Geschichte um den jungen namenlosen Driver (Ryan Gosling) auf das Wesentliche reduziert. Traumhafte, schwebende Stadtnachtlichterbilder, lange Einstellungen und perfekte Dialoge, zum Beispiel wenn Driver einem windigen Geschäftsmann nicht die Hand geben will:

„Meine Hände sind schmutzig.“
„Meine auch.“

Oder wenn Driver mit dem Sohn seiner Nachbarin über Zeichentrickfilme spricht:

Junge: „Der ist böse.“
Driver: „Woran erkennst Du das?“
Junge: „Das ist ein Hai.“
Driver: „Gibt es keine guten Haie?“
Junge: „Nein.“

Man kann nicht sagen, dass sonst viel geredet wird. Wozu auch. Die Üblichen Verdächtigen geben 9,5 von 10 Punkten. Dringende Kinoempfehlung.

Drive
USA 2011, 101 Min., Regie: Nicolas Winding Refn