Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Findet mich das Glück?“: Klein, stark, schwarz

Prof. Pu empfiehlt: Findet mich das Glück von Peter Fischli und David Weiss

Ein kleines schwarzes Buch, wie gebundene Schiefertafeln aus Papier, weiße Kreideschrift, angefüllt mit Fragen. Das Schweizer Künstlerduo, von mir schon lange verehrt, hat im wahrsten Sinne des Wortes wieder einmal ins Schwarze getroffen. Manch einer würde es Unsinn, Nonsens, Blödelei nennen, ich finde Fragen wie

„Ist jedes Mittel recht um eine schlechte Stimmung zu verhindern?“

„Werde ich ausgenützt?“

„Kann man sich ein leeres Universum nur begrenzt vorstellen?“

„Gibt es heute einen ähnlich großen Irrtum wie die Vorstellung der Welt als Platte?“

höchst philosophisch und inspirierend. Dabei habe ich es beim Schreiben dieses Textes einfach wahllos aufgeblättert – und genau so muss man es lesen. Immer mal eine Seite aufschlagen, es am besten immer in der Tasche haben, für die kleinen Wartezeiten im Leben – oder die bewusst gewählten. Und dann mit einer Frage den Kopf lüften. Schon sieht die Welt ein wenig anders aus.
Eventuell kann man dann die Frage

„Wird der Bereich des Möglichen immer kleiner?“

lächelnd mit NEIN beantworten und sich wieder seinem Tagwerk widmen.
Oder sich noch schnell mit dieser existentiellen Frage beschäftigen:

„War ich noch nie ganz wach?“

Eine wunderbare Entdeckung – danke an die Freundin, die fand, dass es unbedingt zu mir muss, diese kleine Kostbarkeit!

Und hier eine Kurzfassung ihres berühmtesten Films „Der Lauf der Dinge“:

Der Lauf der Dinge von jeanbeatles

Fischli/Weiss
Findet mich das Glück?
Verlag der Buchhandlung Walther König € 9,95
ISBN 978-3-88375-630-1