Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Die Evolution einer Heilung

Bare Essence of Life (Urutora mirakuru rabu sutori)
von Satoko YOKOHAMA, Japan 2009

In Satoko Yokohamas Spielfilmdebüt Bare Essence of Life begegnen im ländlichen Japan zwei Menschen einander: Yojin ist ein geistig leicht behinderter junger Landwirt, der mit offenbar geringem Erfolg versucht, sein Handwerk so zu erlernen, dass er die Gemüsezucht seiner Großeltern übernehmen kann. Machiko ist eine junge Kindergärtnerin aus Tokyo, die für eine Weile in der kleinen Ortschaft arbeitet und versucht, den Unfalltod ihres Freundes zu verarbeiten. Als Yojin Machiko begegnet, ist er sofort verliebt und versucht alles, um ihr zu gefallen. Er findet heraus, dass sein Kopf ‚besser‘ funktioniert, wenn er sich selbst mit Pestiziden besprüht. Für eine kurze Zeit geht das gut, aber dann setzen Nebenwirkungen ein, mit denen niemand gerechnet hat …

Die beiden Hauptdarsteller von The Bare Essence of Life

Der zum Teil sehr komische, zum Teil auch sehr anrührende Film lebt vor allem von den beiden Hauptdarstellern, der hier stillintensiven Kumiko Aso als Machiko und dem völlig konträr zu seinem Teeniestar-Image besetzten Ken’ichi Matsuyama als Yojin. Sie verleihen den Charakteren Tiefe und Glaubwürdigkeit. Zwei so spezielle Schicksale benötigen ihre ganz eigene Art der Heilung, damit sie sich wieder erden und weiterleben können. Aber wo keine Lösung möglich scheint, findet sich eben eine unmögliche Lösung, denn so leicht lässt sich das Leben nicht davon abhalten, seine Kraft zu entfalten…

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Ciprian von Negativ ist begeistert:

„Eine poesiegeladene Tragikomödie ist Yokohamas Film. Durch die natürliche Abwechslung von Komik und Romantik, aber vor allem durch die metaphorischen Motiven, die überall in den Bildern zu erkennen sind, und nicht zuletzt durch ein exzellentes Schauspiel Ken’ichi Matsuyamas wird Bare Essence of Life ein hervorragendes Exponent für die Aussagekraft von bewegten Bildern. Der Mensch wurde selten so explizit und zugleich unterhaltsam als Teil der Natur im Film inszeniert.“