Heute hätte Franz Kafka seinen 125. Geburtstag gefeiert. „Kavka“ – das tschechische Wort für „Dohle“. Der Rabenvogel schmückte als Geschäftsemblem den Betrieb seines Vaters. Und der Vogel steht auch für den klaren Blick ins Düstere, der dem Prager Franz Kafka eigen war. Auch SchönerDenken hat „kafkaimkopf“ und zollt dem vielleicht größten deutschen Schriftsteller seinen bescheidenen Tribut.

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Wer will kann von und über Kafka jetzt allerorten hören – eine gute Übersicht gibt es hier. Der perfekte Einstieg in die Wiederentdeckung Kafkas ist dieses Gespräch mit dem Verleger Wagenbach über den Schriftsteller und Menschen Kafka:

König: Geben Sie uns ein Beispiel für Kafkas Humor.
Wagenbach: Na ja, dieser zum Beispiel Artist, oben in der Zirkuskuppel, der da sitzt und nicht runter will. Und die armen Zirkusleute, die ziehen ihm sogar das Essen hoch. Und er bleibt da immer auf seiner Stange sitzen. Und plötzlich fällt der Satz, na, da oben war auch die Luft besser. Und sehen Sie, diese Erzählung, die strotzt vor Komik. Ein Zirkus muss ja umziehen, also werden Rennautos bestellt, die ihn sozusagen oben von der Stange holen, in rasendem Tempo zum Bahnhof fahren und dort klettert er sofort ins Gepäcknetz, damit er wieder irgendwo oben ist. Und dann, da es ihm doch nicht genug oben ist, weint er. Und der Impresario fragt ihn, was weinst du denn. Und dann sagte er den im Übrigen auch ein bisschen schweinischen Satz, wie soll ich denn leben mit nur einer Stange in der Hand. Ich möchte eine zweite. Es ist wirklich eine saukomische Geschichte.“

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