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Das Mainzer Manifest: die Zukunft der Filmförderung in Rheinland-Pfalz

Jürgen Brunner liest das Mainzer Manifest (Foto: Thomas Laufersweiler)Bevor es am frühen Abend des 30. November losging mit der Podiumsdiskussion über das Mainzer Festival FILMZ und die Zukunft der Filmförderung in Rheinland-Pfalz hat der Schauspieler Jürgen Brunner das Mainzer Manifest vorgetragen. Er verleiht dem Manifest einen besonderen Klang.

Das Mainzer Manifest kann jeder per Onlinepetition hier unterstützen.

Hier der Text des Manifests zum Selbstlesen:

 

Mainzer Manifest, Winter 2012

Rheinland-Pfalz – Land der verpassten Möglichkeiten?

Rheinland-Pfalz verspielt Gutenbergs Erbe – als einziges Bundesland hat Rheinland-Pfalz bis heute keine Film- und Medienförderung. Es riskiert damit langfristig die Zukunftsfähigkeit des Landes. Die wirtschaftlichen und kulturellen Folgen wären fatal.

Unsere Gesellschaft befindet sich mitten in einem strukturellen Wandel: Medien und ihre Inhalte dominieren unser öffentliches und privates Leben. Sie gewinnen eine enorme kulturelle und – mit großer Dynamik – auch wirtschaftliche Bedeutung. Alle Bundesländer haben auf diese Entwicklung reagiert und Förderprogramme für diese Standortfaktoren aufgesetzt. Nur Rheinland-Pfalz läuft Gefahr, diese Entwicklungen zu verschlafen.

ZEIT, DIE WEICHEN NEU ZU STELLEN.

Wir – Film- und Medienschaffende in Rheinland-Pfalz – wollen, dass unser Land sein Potential erkennt. Wir wollen ein zukunftsfähiges Konzept für eine Film- und Medienförderung mit einem unverwechselbaren, landestypischen Profil, das Rheinland-Pfalz zu einem attraktiven Medienstandort macht. Denn die Menschen, die hier leben, haben ein Recht auf eine abwechslungsreiche und inspirierende Kultur- und Medienlandschaft.

Wir fordern daher:
• dass die Politik das kulturelle Schaffen und die wirtschaftliche Bedeutung der hier existierenden Film- und Medienszene wahrnimmt und fördert.
• dass vorhandene Ansätze zur Medien-, Kultur- und Wirtschaftsförderung transparent gemacht, koordiniert und systematisch weiter entwickelt werden.
• dass eine rheinland-pfälzische Film- und Medienförderung geschaffen und institutionalisiert wird.
• dass diese Film- und Medienförderung eine Zusammenarbeit mit hier ansässigen Unternehmen und Sendeanstalten, sowie überregional mit bestehenden Film/Medienförderungen anderer Bundesländer möglich macht.
• dass das hohe Niveau der Medienausbildung an rheinland-pfälzischen Hochschulen als Standortfaktor weiter entwickelt und durch Massnahmen ergänzt wird, die einer Abwanderung des hier ausgebildeten Nachwuchses entgegen wirken.

Rheinland-Pfalz mit seinen vielfältigen Potentialen, seinen Hochschulen, seiner Kreativwirtschaft und seiner strategisch günstigen Lage kann sich zu einem attraktiven Medienstandort entwickeln. Wir sehen dieses Potential. Wir glauben an dieses Potential. Wir bieten deshalb dem Land ausdrücklich unsere Unterstützung bei der Erarbeitung eines Konzeptes an.

ERGREIFEN WIR DIE CHANCE!

Die Verfasser:
Tiziana Calò, Leitung FILMZ Festival des deutschen Kinos – Stephan Falk, Drehbuchautor (VDD), Grimme-Preisträger – Prof. Tjark Ihmels, Fachhochschule Mainz, Studiengang Zeitbasierte Medien – Viola Löffler, Medienzentrum der JGU; Produktionsleiterin und Regisseurin – Nadine Mannweiler, FILMZ Festival des deutschen Kinos – Urs Spörri, Zertifizierter Kulturmanager, Deutsches Filminstitut /Juror Deutsche Film- und Medienbewertung des Landes Rheinland-Pfalz – Tidi von Tiedemann, Regisseur, Produzent, Geschäftsführung KONTRASTFILM Mainz – Albert Treber, Institut für Medienpädagogik, Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz e.V. – Reinhard W. Wolf, Leiter des Kommunalen Kino Ciné Mayence, Chefredakteur Online-Magazin shortfilm.de

Die Unterstützer:
Claudia Tronnier, Redaktionsleiterin Das kleine Fernsehspiel Josef Wutz, Verleiher, ehem. Filmförderer (NRW und Media Programm)

Das Mainzer Manifest kann jeder per Onlinepetition hier unterstützen.