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„The East“: Die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen

(c) Twentieth Century Fox 2013„Vergiftet ihr uns, vergiften wir euch.“

Thomas über „The East“: Manchmal geht es in einem Film ums wirkliche Leben. Um existentielle Fragen, um Moral, Schuld, Verantwortung, Ohnmacht, um das, was wirklich um uns herum passiert. So ein Film ist „The East“ – die Art, wie er das „System“ beschreibt und in Frage stellt, hat mich gepackt. Zu sehr, um noch über den Film als Kunstwerk reden zu wollen. Diesmal also eine Podcastepisode, in der sich die Üblichen Verdächtigen auch über ihren eigenen moralischen Kompass Gedanken machen:

Jeder Dollar, der verdient werden kann, wird verdient. Alte Regel. Und wenn Milliarden verdient werden können, dann werden sie erst recht verdient – auch wenn das auf Kosten der Unterprivilegierten in der Dritten Welt oder in den USA geht, wenn Menschen krank werden und sterben, wenn Lebensgrundlagen vernichtet werden, wenn Gesetze gebrochen werden, wenn demokratische Spielregeln und Grundrechte außer Kraft gesetzt werden. Mit mehreren Milliarden Dollar kann man nicht streiten. Im Film „The East“ wollen sich die Mitglieder der gleichnamigen Öko-Anarchistengruppe damit nicht abfinden. Sie wollen die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen. „The East“ geht als politischer Film (im Gegensatz zu „The Promised Land“ und „The Company You Keep“) dahin, wo es wehtut. Er stellt die eigentliche politische Frage der Gegenwart: Für wen gelten die Regeln? Und für wen nicht? Wer als politischer Mensch ins Kino geht, wird von „The East“ gepackt und durchgerüttelt. Nicht verpassen.

Text und Podcast stehen unter einer Creative Commons-Lizenz.
Quelle: SchönerDenken

The East
USA 2013, 116 Min., Regie: Zal Batmanglij