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„The Hangover“: Best Comedy so far …

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus „The Hangover“ und sind begeistert!

Würfelglück im Casino © 2009 Warner Bros. Ent.Es sind die banalen Bausteine aus dem Junggesellenkomödien-Baukasten: Vier Männer – grob im heiratsfähigen Alter – wollen vor einer anstehenden Hochzeit noch einmal einen drauf machen. Die perfekte Bühne für dieses Abschiedsritual – diesen rite de passage – ist natürlich Las Vegas. Zwischen Stripperinnen und Glücksspiel noch ein letztes Mal Verbotenes tun, Verrücktes ausprobieren, es übertreiben, bevor mit der Hochzeit die Verantwortung vor der Tür steht. „Hangover“ bewegt sich also auf vertrautem Terrain und ist doch ein unerwartet großartiger Film.

Phil, Stu und Alan (Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis) wachen am Morgen danach auf und können sich an nichts erinnern, sie haben aber alle drei nicht nur einen totalen Filmriss sondern auch noch den zukünftigen Bräutigam verloren. Und ab hier ist den Drehbuchautoren mehr abgedrehtes Zeug eingefallen als in jeder anderen Komödie seit „The Big Lebowski“. Die Hotelsuite ist verwüstet, ein echter Tiger ist im Bad eingeschlossen und ein elternloses Baby macht sich lautstark bemerkbar. Es sind zwei Eigenschaften, die „Hangover“ zur besten Komödie des Jahres, ach was, seit Jahren machen:

In der Wüste © 2009 Warner Bros. Ent.

1. Die Pointen reichen vom gehobenen Slapstickstandard bis zu erwachsenen, bösen, subtilen, charmanten und sehr intelligenten Gags. Nur ein Beispiel: Alan kümmert sich um das Baby, ausgerechnet Alan, denn er darf sich Kindern nicht weiter als 40 Meter nähern – auf gerichtliche Anordnung. Die Idee „Drei Männer und ein Baby“ in diesen Film hineinzubringen: 5.000 Dollar für den Drehbuchautor. Die Idee, dem Baby eine „Fear and Loathing in Las Vegas“-Brille aufzusetzen? Unbezahlbar.

Mike Tyson © 2009 Warner Bros. Ent.2. Gewalt und Chaos brechen in dieser Komödie so unvermittelt und so glaubhaft über die Protagonisten herein, dass der Film jederzeit in eine Tragödie umzukippen droht. Und an diesen Bruchkanten zwischen Spass und Schrecken schlägt der Film seine Funken, hier holt er das Salz für seine Suppe her. Liegt der vermisste Bräutigam nicht schon längst tot in einem Graben? Hatten die Freunde in der Nacht nur ihren Spaß oder haben sie ein Verbrechen begangen? Das lässt der Film sich lange offen (und erinnert dabei an „Viel Lärm um Nichts“, wo good ole William erst kurz vor dem Ende das Steuer herumreisst und statt auf vier Tote Kurs nimmt auf zwei Hochzeiten).

Und zwei Hochzeiten gibt es auch in „Hangover“. Aber das ist natürlich eine andere Geschichte. Wie die von Mike Tyson. Oder dem Typ im Kofferraum oder (und das ist DER HAMMER) die Polizei im Schulunterricht. Gerade von PR-Leuten wird der Begriff „Kult“ inflationär verwendet. Hier scheint er mir langsam angebracht. Allein schon für den Auftritt von Heather Graham – da ist der Oscar für die beste Nebenrolle sowas von fällig. Auf jeden Fall weiß ich nicht, ob ich noch bis zur DVD warten kann, oder ob ich nicht doch nochmal ins Kino gehe. Fazit: 9 von 10. Reingehen!

Im Aufzug © 2009 Warner Bros. Ent.

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Und wieder einmal sind wir mit Carsten einer Meinung:

„Fazit: „Hangover“ ist die Komödien-Überraschung der Saison und nahezu perfekt bis in den grandiosen Abspann.“

Marcus zitiert eine der Weisheiten des Film:

„What happens in Vegas, stays in Vegas. Except herpes. That shit will stay with you forever!“

Mehr Meinung bei film-zeit.

Quelle: Thomas Laufersweiler/SchönerDenken