Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Albern + Ambitioniert = Anstrengend

Crime or Punishment?!? (Tsumi toka batsu toka)
von Keralino Sandorovich, Japan 2008

Szene aus Crime or Punishment

Der Film wird u.a. anmoderiert als inspiriert von den Werken Monty Pythons, und er beginnt mit einem (hier natürlich ins Japanische und Englische übersetzten) Kafkazitat:

It must have been a mistake.
That’s my only hope.

Ein für eine Karriere in ihrem Job etwas zu schüchtern geratenes Nachwuchsfotomodell Ayame ist darüber, dass ihr Bild in der neuesten Zeitschrift verunstaltet wurde, so aus dem Häuschen, dass sie das Heft klaut. Als sie dabei erwischt wird, brummt man ihr zur Strafe auf, für einen Tag Polizeichefin der Stadt zu sein. Dabei trifft sie – neben einer Vielzahl anderer absurder Ereignisse – ihren einst geliebten Freund wieder, den sie jedoch vor Jahren verlassen hat, weil er es einfach nicht lassen konnte, ständig Frauen umzubringen, was durchaus als mittelgroßer Dämpfer für eine knospende Liebe betrachtet werden darf. Außerdem gibt es noch ein trotteliges Kriminellentrio, das einen Ladenüberfall plant, und die ehemalige Freundin Ayames, die als Model erfolgreicher ist, aber ansonsten eine völlige Nervensäge, und und und.

Mit der gleichen Zwangsläufigkeit, mit der jeder zweite Fantasyroman auf dem Buchcover mit Tolkien verglichen wird, wird auch jeder zweite filmische Versuch, Klamauk zu veredeln, als Hommage an / inspiriert von / im Stile von Monty Python deklariert. Und in beiden Fällen findet sich diese Bezugsherstellung durch das Werk selbst oftmals nicht ausreichend gerechtfertigt.

Immerhin: einige gelingende Ingredienzen hat der Film: einen wirklich gelungenen Einstieg, einige geschickt miteinander verwobene Drehungen und Wendungen, einige sehr nett platzierte Gags, und viel schwarzen Humor.

Was ihm fehlt, ist eine wirklich gelungene Fortführung des wirklich gelungenen Einstiegs, einen erkennbaren Beibehalt des roten Fadens und – zwangsläufig – der dreist-anarchische Charme, den der Flying Circus Ende der 60er in der damaligen Fernsehlandschaft als Alleinstellungsmerkmal aufweisen konnte. Satirischer Biss ist hier nicht gegeben und vermutlich auch nicht angestrebt. Zwar konnte zum Glück unter Herunterfahrung der Aufmerksamkeit auf das Rückenmarksniveau dann doch bei der eher an Police Academy gemahnenden Fortführung viel gelacht werden, aber insgesamt … naja, Ihr erfahrt es im Podcast.

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Sascha von NEGATIV warnt:

„Wer solche Filme und einen absurden Humor zu schätzen weiß, der bekommt mit hier ein absolutes Highlight geliefert, alle anderen sollten einen großen Bogen um den Film machen.“