Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Achterbahnfahrt durchs magische Fundbüro

Oblivion Island: Haruka and the Magic Mirror
(Hottarake no shima: Haruka to maho no kagami)
von Shinsuke SATO, Japan 2009
Gewinner des Nippon Cinema Award 2010!
(Publikumspreis des Nippon Connection Filmfestivals)

Aus Oblivion Island

Jeder verlegt und verliert mal was – wo ist mein Schlüssel, mein Lieblingskaffeebecher, wo ist eigentlich der zerliebte Teddy, den ich als Kind mal hatte? In Oblivion Island lautet die Antwort: der Fuchs hat die Sachen an sich genommen.

Das sechzehnjährige Mädchen Haruka, hat immer geglaubt, es sei nur ein Märchen, dass kleine magische Wesen die Sachen an sich nehmen, welche die Menschen vergessen, und sie manchmal gegen kleine Opfer auch wieder zurückgeben. Eines Tages stellt sie fest, dass der Handspiegel, der ihre liebste Erinnerung an ihre verstorbene Mutter darstellt, beim letzten Umzug offenbar verlorengegangen ist. Da ihr Vater sich, wie sie meint, ohnehin nicht für sie interessiert, macht sie sich selbst auf die Suche und gerät unvermittelt in ein rasantes Abenteuer in einer magischen Welt, die zum größten Teil aus den Gegenständen besteht, welche die Menschen weggeworfen oder verloren haben.

Handlungsmäßig geht Oblivion Island ziemlich auf Nummer Sicher, wirklich beeindrucken kann er darüber hinaus durch das originelle, unglaublich detaillierte und liebevolle Design sowohl der Figuren als auch der magischen Welt. Auch die Musik ist vom Feinsten. Insgesamt ist es ein rasanter, runder, souverän gelungener Unterhaltungsfilm für Kinder ab 6, an dem auch Erwachsene ihren Spaß haben können. Letztere bekommen als Bonus noch einige sehr schöne Anspielungen auf diverse Filmklassiker serviert. Was uns sonst dazu noch einfällt, hört Ihr im Podcast.

Link

Ciprian von Negativ über die Stärken des Films:

„Mit lockerem Humor und vor allem durch eine Aneinanderreihung von auf die Welt von Oblivion Island zurechtgeschnittenen Filmzitaten, in einer aus den diversesten und buntesten Gegenständen auf postmoderne Art zusammengebastelten Welt erreicht Regisseur Shinsuke Sato nicht nur alle Altersgruppen im Publikum, sondern auch den anspruchsvollen Zuschauer, der mehr von einem Film erwartet als Kriegsfilm- oder Herr der Ringe-Zitate, putzig mit Plüschtieren umgesetzt. Denn Oblivion Island ist gleichzeitig eine melodramatische Reflexion über Wertvorstellungen und Gefühle, aber auch, und nicht zuletzt, eine diskursive Parabel der Medienrealität und vor allem des Mediums Film.“