Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Das Geheimnis des Doktors

Dear Doctor
von Miwa NISHIKAWA, Japan 2009

Szene aus Dear Doctor

Der Film Dear Doctor der Regisseurin Miwa Nishikawa hat bei den renommierten Japanese Academy Awards in diesem Jahr bereits sechs Nominierungen (u.a. als Bester Film) geerntet, und daher war die Erwartung im Publikum auch bei Nippon Connection spürbar hoch.

Ein über eine Hecke am Rande der Landstraße geworfener Arztkittel ist alles, was von Dorfarzt Dr. Ino noch zu finden ist. Wo ist er hin, der knurrige sympathische Landdoktor, der sich so aufopfernd um die zumeist älteren Bewohner des abgelegenen japanischen Nestes gekümmert und auch schonmal den Hund des Patienten gleich mitbehandelt hat? Ist ein Verbrechen geschehen? Ist Dr. Ino unter dem Stress seines Berufes zusammengebrochen? Niemand weiß es.

In geschickten Zeitsprüngen erzählt der Film die Geschichte Dr. Inos vor und nach seinem Verschwinden. Zugleich greift er das nicht nur in Japan aktuelle Problem der ärztlichen Unterversorgung ländlicher Regionen und der Überalterung auf.

Zärtlich und zugleich sehr präzise, lebensnah komisch und tragisch zugleich zeichnet der Film seine Charaktere und dies in einer Landschaft zum Hineinlaufen.

Besondere Erwähnung verdient für uns noch die in Japan sehr bekannte Altdarstellerin Kaoru Yachigusa, die auch schon in Toad’s Oil beeindruckte, aber Dear Doctor eine ganz besonders intensive und berührende Figur hinzufügt. Überhaupt ist der Film bis hin zu den Ein-Satz-Rollen äußerst gelungen besetzt.

Darüber und über weiteres mehr im Podcast.

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Ciprian von Negativ zieht ein positives Fazit:

Dear Doctor ist ein sehr westlich inszeniertes Melodram, ein mit Pathos und großen Gefühlen geladener Film, der sich Zeit nimmt, sehr stimmungsvoll seine Nebencharaktere vorzustellen und Menschenbilder schafft, wie das Kino selten zu bieten hat.“