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Die Üblichen Verdächtigen waren in „In einer besseren Welt“ und sind begeistert. Im Podcast reden sie über gute Menschen und Gewaltlosigkeit, über das Rätsel, warum sich die Menschen selbst das Leben zur Hölle machen, über lakonischen Humor und dramatische Wendungen, über die richtigen Fragen und die Unmöglichkeit von Antworten, über tolle Schauspieler und sehr schöne Bilder.

Es geht um einiges in diesem ebenso schönen wie philosophischen Film: Um Gewalt, Tod, Schuld und Trauer, Freundschaft, Verletzung und Moral. Man kann dem Film vorwerfen, dass er einiges konstruieren muss, um all das in einer Geschichte zu binden. Dennoch ist der Film um zwei Jungs, die eine Reihe falscher Entscheidungen treffen, spannend und dramatisch.

Der eine Junge, Elias, leidet unter der Trennung seiner Eltern und muss ständig auf seinen Vater Anton verzichten, der als Arzt in Darfur für eine Hilfsorganisation arbeitet. Zudem wird Elias in der Schule ständig verprügelt. Ganz anders sein neuer Freund Christian – der ist schon herumgekommen in der Welt und weiß sich zu wehren – dabei hat er ein ganz anderes Problem: Seine Mutter ist an Krebs gestorben und jetzt will er am liebsten die ganze Welt dafür leiden lassen.

Der Film lässt sich Zeit für die komplexen Gefühle seiner Figuren. Ein starker Film, der souverän seine ambitionierte Geschichte erzählt. Zurecht unter anderem mit dem Golden Globe und dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Der Podcast steht unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken

In einer besseren Welt (Haevnen)
Dänemark 2010, 113 Min., Regie: Susanne Bier

Ein anderer Blick

Ciprian von NEGATIV geht sehr hart mit dem Film ins Gericht:

„In Einer Besseren Welt ist eine Geschichte wie eine deutsche Fernsehkoproduktion sie machen würde: Sie thematisiert einen lokalen Konflikt mit brisanten globalen Tönen und belegt es mit Pendants aus der Dritten Welt. Er ist eine Ausbeutung von Gewaltformen auf der Ebene einer Lokalzeitung. Eine schon längst im europäischen Arthouse eingezogene Thematisierung von Jugendgewalt, begleitet von Familiendramen wie sie Senta Berger großartig im deutschen Fernsehen zum Ausdruck bringt, und des Dilemmas von politischer Korrektheit im Einsatz in Entwicklungsländern mit einer Tiefe, die schon Star Trek vor vielen Jahrzehnten hatte – das ist In Einer Besseren Welt.“

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