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„Oblivion“: Schöner kann Science-Fiction nicht aussehen

Was für ein Augenschmaus – das Produktionsdesign von „Oblivion“ macht ganz den Eindruck, als hätte Steve Jobs den Arbeitsplatz in den Wolken persönlich gestaltet. Irgendwann kann dann die Story nicht mehr mit dem überwaltigenden Stil mithalten, aber – so what – trotzdem ein großer Kinospaß für die große Leinwand, Bildtechnik und Sounddesign vom Feinsten. Im Podcast reden die Üblichen Verdächtigen über den Helikopter, den Pool über den Wolken, Iain Banks, den Namen Jack und über gemachte und nicht gemachte Fehler:

„Ich bin die Waffe.“
Jack Harper in „Oblivion“

Und noch ein Wort zu den Darstellern: Andrea Riseborough überzeugt als unterkühlte Victoria, Olga Kurylenko gelingt das leider nicht. Und der 50-jährige Tom Cruise spielt einen etwa 30 Jahre alten Mann … Spannend übrigens, dass der Film NICHT auf einem Comic basiert, auch wenn das so von den PR-Leuten erzählt und von Journalisten weitergegeben wird. Was genau dahinter steckt, hat der Abspannsitzenbleiber für Comicgate recherchiert.

Der Podcast steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
Quelle: SchönerDenken

Oblivion
USA 2013, 125 Min., Regie: Joseph Kosinski

Andere Meinungen

Bastian G. (filmfutter.com) lobt den souveränen Style – und die beeindruckende Bildtechnik:

„Gefilmt auf Sonys brandneuer CineAlta F65-Kamera mit gestochen scharfem 4K-Output, verfügt die Umsetzung über eine ganz eigene Autorität, die durch die beeindruckende, futuristische Ausstattung und den zwischen Low Key-Tönen und orchestraler Größe pendelnden Score der französischen Synthpop-Band M83 bis zum Maximum verstärkt wird. Dies ist ein feuchter Traum für Fetischisten der audiovisuellen Gestaltung und ein waschechter Grund dafür, das Heimkino mal wieder für die (am besten ganz) große Leinwand zu verlassen.“

Die Rechnung geht auf, wird in Christians Foyer konstatiert:

„Manche Filme wünscht man sich besser, Oblivion hingegen kann man schlucken, wie er ist: für Look und Sound allein lohnt sich der Kinobesuch, für Claudio Mirandas geschliffene Bildnisse der Nachmenschwelt und für das Echo einer zweckorientierten Zukunft, die seit Ridley Scotts Alien nicht mehr so viel „Freude“ am sehnenzerrend-knarrzenden Getöne bereitet hat, wenn die kugelförmigen Drohnen ihre Waffensysteme in Stellung bringen oder den Standort ihres Absturzes akustisieren.“

Thomas Lenz (screen/read) bringt es auf den Punkt:

„Die Geschichte beginnt vielversprechend, kann aber die hohen Erwartungen, die sie weckt, nicht wirklich erfüllen. Das mag bedauerlich sein, ist aber kein ernstzunehmendes Problem, denn „Oblivion“ genügt sich als eklektische Hommage ohne Meilensteinanspruch.“

Lida Bach (kinozeit.de) misst den Film an den zitierten Vorbildern:

„In The Omega Man war der Gleichmut des Überlebenden in verseuchten Zivilisationsruinen rebellisch. In Silent Running war die Naturverbundenheit des einsamen Astronauten philosophisch. In Solaris war die Begegnung mit dem verloren Geglaubten aus der eigenen Erinnerung tragikromantisch. In Kosinskis Science-Fiction-Seifenopfer sind alle drei gleichermaßen plump-reaktionär.“