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“Ich bin Kick Ass, googelt mich”
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 5.Mai 2010
Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Kick Ass” und sind auch nach dem Podcast noch nicht fertig mit dem Film: Ist er eine gelungene Parodie oder doch dem Superheldengenre direkt verpflichtet? Kommt man als Zuschauer mit einer 11-jährigen Killerin zurecht, die Kehlen aufschlitzt und im Sekundentakt Extremitäten abhackt? Die Vermengung von ungewohnt realen, unheldenhaften Elementen und Versatzstücken der Superheldenparallelrealität ist mindestens irritierend, Unterhaltung ist garantiert, Gesellschaftskritisches kann man sehr wohl entdecken. Aber ernst macht Regisseur mit seinen anspruchsvollen Ansätzen dann nicht. Absolutes Highlight: ein 3-D-Comic-Handlungsrückblick zur Vorgeschichte des Batman-Lookalike “Big Daddy” (Nicholas Cage). Insgesamt bleiben wir unentschieden, kommen aber mächtig ins Plaudern:
Link
Christian analysiert die Schwächen, bleibt im Urteil aber mild:
Florian steigert sich in einen fetten Verriss:
Über den Abspannsitzenbleiber (der ja ausgewiesener Comic-Experte ist) bin ich auf eine ausführliche Kritik des Comics “Kick Ass” gestoßen, dass als “pubertäre Machtphantasie” deutlich härter daherzukommen scheint als der Film. Björn Wederhake schreibt über den Comic:
Lory ist rückhaltlos begeistert und weiß über die Produktion:









Ziemlich treffende Auswertung des Films. Ich denke da kann noch ordentlich diskutiert werden. Die Figur des Kick-Ass gibt vermutlich genauso viel Gesprächsstoff her, wie der Kampfzwerg Hit-Girl und der tragische Big Daddy. Rache und Selbstjustitz waren selten so schön und gleichzeitig so zwiespältig verpackt, wie in diesem Streifen.
Solche Idioten hatten wir übrigens auch in der Vorstellung. Vermutlich zieht die Action-Ebene des Films diese Typen an.
Der Film ist vermutlich so beliebt, weil es so viele parallele Handlungsstränge und Ebenen gibt, die aber trotzdem ziemlich gut in ineinander verwoben wurden und sich nicht in die Quere kommen. Kick Ass kann dabei genauso viel Gesprächsstoff liefern wie der Killerzwerg Hit Girl und der tragische Big Daddy.
Solche Idioten hatten wir übrigens auch in der Vorstellung sitzen. Da gab es sogar dämliche Zwischenrufe. Ich schätze die werden von der Action und dem Blut angelockt.
Während ich im ersten Drittel noch dachte, der Film offenbare eine überraschend selbstironische, gar souveräne neue Perspektive auf das Superheldengenre, nähert sich im weiteren Verlauf das Ganze doch sehr meinem persönlichen Guckeralptraum Watchmen an. Der Versuch, ein Genre zugleich nachzuvollziehen und zu parodieren, evtl. gar ad absurdum zu führen, hätte bei gelungener Umsetzung ein Geniestreich sein können. Aber so pokert Kick Ass etwas höher, als es das Blatt rechtfertigt. Fast gewonnen ist zuweilen doppelt verloren.