Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Deadpool“: Wieviel Spaß macht es, die Regeln zu brechen?

Deadpool © 2016 Twentieth Century Fox


Frischer Wind für das Superhelden-Genre oder doch eher ein lauer Furzgeruch? Im Podcast sind wir uns uneinig und diskutieren über Postpostmoderne, Zitate, Regeln, Popcorn und die Tattoos der wunderschönen Morena Baccarin …

„You’re probably thinking „This is a superhero movie, but that guy in the suit just turned that other guy into a fucking kebab.“ Surprise, this is a different kind of superhero story.“

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Deadpool
USA 2016, 109 Min., Regie: Tim Miller

Mehr als eine Damsel in Distress – Morena Baccarin als Vanessa Carlysle:
Morena Baccarin Deadpool © 2016 Twentieth Century Fox


Andere Menschen,
andere Meinungen

Christian von Second Unit ist Gast bei Longtake und es wird im Podcast ordentlich über Deadpool gestritten. Die Filmlöwin unterzieht den Film einer feministischen Analyse. Die Filmguckerin weiß, was ihr an Deadpool gefallen hat: „Beste Szene: Ganz eindeutig die Credits am Anfang. Sehr coole Musik, herrlich infantiler Text und eine extrem coole Slow-Motion-Kamerafahrt durch ein sich überschlagendes Auto, die den Zuschauer dazu animiert, niederzuknien und den Göttern des CGI zu huldigen.“

Jan Görner (cinemaforever.net) rechnet ab: „„Deadpool“ von Regienovize Tim Miller (…) basiert auf einer Figur, deren gesamte Existenzsberechtigung ein Insiderwitz ist. Folgerichtig dürfte man erwarten, dass der gesamte Tropenschatz von Comic-Verfilmungen verdreht, humorvoll und blutig durch den Kakao gezogen wird, was möglicherweise zu einer reinigenden Selbsterneuerung des Genres führen könnte. Dürfte man. Stattdessen wird dem Zuschauer aber leider größtenteils stumpfsinniger Pennälerhumor um die Ohren gehauen.“

Alex Matzkeit denkt wie immer etwas weiter und lehnt sich weit aus dem Fenster: „Protagonisten wie Deadpool und die Suicide Squad – der eine übrigens von Marvel, die anderen von DC, die Herkunft spielt also keine Rolle – repräsentieren genau jene Ecke der Nerdkultur, von denen sich manche Nerds heute gerne distanzieren würden. Sie sind fleischgewordene Fantasien von Männern mit “arrested development”, stehengeblieben auf dem Niveau eines 13-Jährigen, die sich immer noch vor der komplexen Welt der Erwachsenen fürchten und dagegen ankämpfen, indem sie Gewalt und Sex endlos fantastisch überhöhen.“


NERDKULTUR stellt Deadpool in einen größeren Zusammenhang: