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Hommage oder Parodie? Egal! „The Nice Guys“

Russel Crowe und Ryan Gosling in "The Nice Guys" © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Mr. Crowe und Mr. Gosling in „The Nice Guys“ © 2016 Concorde Filmverleih GmbH


Wie soll Euer Buddy-Action-Movie sein? Grotesk, spannend, lustig, düster, brutal, nachdenklich, ruhig, hintersinnig, albern? Oder alles zusammen? Shane Black bringt das alles in einen Film – ohne mit der Wimper zu zucken: „The Nice Guys“ ist ein Genre-Bastard, gleichzeitig eine Parodie und eine Hommage an Klassiker wie „L.A. Confidential“ mit dem er gleich zwei Darsteller (Russell Crowe und Kim Basinger) gemeinsam hat. Irgendwie ist das der Autorenfilm unter den Buddy-Action-Komödien. Shane Black, der Mann, der die Drehbücher zu „Lethal Weapon“, „Tödliche Weihnachten“ und für seinen eigenen Film „Kiss Kiss Bang Bang“ geschrieben hat, ist auf jeden Fall ein cooler Hund, so eine krude Mischung ins Kino zu bringen. Den Üblichen Verdächtigen hat es gefallen. Direkt nach dem Film am Mikrofon die SchönerDenken-Buddies Hendrik und Thomas. Wir erinnern uns dabei an folgende Filme: „Ohne Limit“ und „Inherent Vice“.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

The Nice Guys
USA 2016, 116 Min., Regie: Shane Black

Andere Menschen,
andere Meinungen

Nach all dem, was Shane Black schon an den Start gebracht hat, waren Svens Erwartungen sehr hoch, zu hoch. Auf Cinekie.de schreibt er: „Ja, ich jammere hier auf recht hohem Niveau. Und ja, falls ihr euch für Krimi-Komödien interessiert, solltet ihr euch „The Nice Guys“ auf jeden Fall anschauen. Aber nein, der Film ist leider kein zweiter „Kiss Kiss Bang Bang“. Falls ihr diesen noch nicht gesehen habt: Nachholen! Jetzt!“

In die gleiche Kerbe schlägt Lutz (Die Nacht der lebenden Texte): „Da sieht man dem Nachfolger doch etwas zu sehr an, dass die Geschichte ursprünglich als Pilot einer Fernsehserie geplant war, welche eine moderne Verneigung vor James Garners „Detektiv Rockford – Anruf genügt“ sein sollte. Wer „Kiss Kiss Bang Bang“ noch nicht gesehen hat, macht mit „The Nice Guys“ nichts verkehrt. Enttäuscht ist man höchstens, wenn man weiß, dass Black es eigentlich besser kann, aber „Kiss Kiss Bang Bang“ kann man sich ja auch danach anschauen.“

Tom vom Entertainment-Blog steht vor allem auf den 70er Look: „Ich verneige mich vor der Arbeit, die dafür sorgt, dass man zu keiner Zeit daran zweifelt, dass man sich im Los Angeles des Jahres 1977 befindet. Egal ob Locations, Kleidung, Haare oder Sprachgebrauch, selbst Filmplakate die weit im Hintergrund hängen bewerben zum Beispiel „Jaws 2“.“

Antje Wessels steht auf den rauhen Charme: „Schüsse enden blutig, Hauptfiguren segnen das Zeitliche, Frauen ziehen blank und geflucht wird ohnehin zu jeder Gelegenheit. Mit dieser angenehm raubeinigen Attitüde hebt Shane Black sein „The Nice Guys“ vom glattpolierten Hollywood-Einheitsbrei ab.“


Und diesmal kein Trailer, denn im Trailer zu „The Nice Guys“ kommen alle, wirklich alle Szenen, die man vor dem Film nicht sehen sollte, vor. Was geht in den Köpfen der Filmverleiher eigentlich vor? Egal. Kein Trailer.