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Die Arbeit, das Ich, der Augenblick: „Zen for nothing“

Sabine Timoteo in "Zen for nothing" Foto: Norbert Hübner

Sabine Timoteo in „Zen for nothing“ Foto: Norbert Hübner


Wir dürfen für 100 Minuten Sabine Timoteo begleiten, wie sie das Zen-Kloster Antaiji in Japan besucht. Eine Dokumentation des Japan- und Zen-erfahrenen Regisseurs Werner Penzel, der es schafft – völlig ohne Erklärung aus dem Off – uns eine Vorstellung von der Faszination des Zen-Buddhismus zu geben. Dabei achtet er darauf, dass wir uns keine Illusionen machen über den anstrengenden und manchmal banalen Alltag. Zwei Elemente verstärken enorm die Wirkung: zum einen die charismatische Ausstrahlung von Sabine Timoteo, die uns Zuschauer sehr nahe an sich heranlässt, zum anderen die herausragende Musik von Fred Frith. Mehr über Essen im Schnee, Kameraeinstellungen und eigene Meditationserfahrungen erfahrt Ihr im Podcast. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Axel und Thomas.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Zen for nothing
D/JAP 2016, 104 Min., Regie: Werner Penzel

Andere Menschen,
andere Meinungen

Frank (cinetastic) macht erst einmal klar, worum es im Zazen überhaupt geht: „Die Zazen-Meditation ist das Herzstück des Zen. Die Meditierenden üben  stundenlang mit übergeschlagenen Beinen und möglichst regungslos auf eine Wand blickend darin, ihren Geist zu leeren.  Dieses zentrale Element des Zen-Budhhismus veranschaulicht die Doku durch den Verzicht auf künstliche Beleuchtung und auch auf Sounduntermalung. In der ersten halben Stunde beobachtet der Zuschauer also schweigend die im Dunkeln sitzenden Adepten. Das ist schon recht sperrig.“

Antaiji ist ein ungewöhnliches Zen-Kloster, erklärt uns Simon (kino-zeit) „Und wenn einer der Zen-Jünger mit dem E-Bass zur eigenen Erleuchtung los jammen will, ist das genauso wenig ein Problem. Barfuß-durchs-Leben-zu-gehen wird hier wörtlich genommen: Ruhig beobachtend, sehr genau eingefangen von Penzels Kamera. Das weckt sofort Neugierde bei einem unvoreingenommenen Kino-Publikum – und verschreckt Zuschauer, die sich womöglich eine locker-flauschige Wellness-TV-Reportage erwartet hatten: Konzentration ist hier alles.“