Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Utta Danella Noir: „Girl on the Train“

 

Foto: Sascha Erni, Creative Commons BY 2.0


Emily Blunts starkes Spiel täuscht eine zeitlang darüber hinweg, dass dieser Film seine Rückblenden dramaturgisch in die Seife fährt. Dazu kommt, dass sich für die Frauen in diesem Film alles nur um Männer und ums Kinderkriegen dreht – ein ziemlich verstaubtes Frauenbild. Zu flach für eine psychologische Studie, zu banal für einen echten Thriller. Am Ende doch nur „Utta Danella Noir“. Das nennt sich tatsächlich „domestic noir“ – dann aber lieber „Gone Girl“. Positiv fiel am Ende der Score von Danny Elfman auf. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Katharina, Tom, Uwe und Thomas.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Girl on the Train (The Girl on the Train)
USA 2016, 113 Min., Regie: Tate Taylor


Andere Menschen,
andere Meinungen

„Es ist, als würde ein Problem allein nicht ausreichen und das Drehbuch (oder die Romanvorlage?) wisse nicht, was es damit anzufangen habe. Letzten Endes liegt es jedoch in der Verantwortung der Regie, all das zusammenzuführen und miteinander zu verbinden. Vorzugsweise mit Spannungselementen, die den Zuschauer packen und bis zum Ende nicht mehr loslassen. Und hier versagt Girl on the Train komplett.“ Schlopsi, infernalcinematicaffairs.wordpress.com

„Im Kern geht es in The Girl on the Train um Gaslighting, eine Form von psychologischem Missbrauch, sowie verheerenden Folgen, die entsprechendes Verhalten anrichten kann. Erschreckenderweise ist der Film vielmehr ein Meisterstück, wenn es darum geht, um den heißen Brei zu reden. Die eigentliche Probleme werden immer nur dann angesprochen, wenn sie der nächsten schockierenden Enthüllung dienen können. Tate Taylor beschwört ständig den Moment herauf, der sich anfühlt, wie ein Schlag in die Magengrube, liefert allerdings überhaupt keine (emotionale) Grundlage dafür – als würde er die komplexe Thematik bloß mit der Geste eines prestigeträchtigen Aushängeschilds vor sich hertragen.“ Matthias, dasfilmfeuilleton.de

„Gegen diese Schwächen in der Inszenierung können auch die guten Schauspielerinnen wenig ausrichten, ihnen ist kein Witz, keine Leichtigkeit vergönnt, nicht ein wenig Helligkeit in diesem düsteren Vorort-Drama, das ihre Figuren auch nur einen Funken Lebendigkeit verliehen hätte. Sie sind ebenso stumpf wie die Existenz, die sie leben. Deshalb schaut man letztlich fast unbeteiligt zu, wie Emily Blunt auf einen emotionalen Zusammenbruch zusteuert. Girl on the Train will ein Psychothriller sein, aber letztlich bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass das Leben in Vororten ziemlich trostlos und Tate Taylor kein master of suspense ist.“ Sonja Hartl, kino-zeit.de

The Girl on the Train ist kein guter Thriller. Vielleicht will Taylors neuer Film nur eine Geschichte von diesem Mädchen im Zug sein, das einfach nicht weiß, was es wirklich ist. Denn man hat das Gefühl, der Film weiß es auch nicht so recht.“ Jonas Gröne, filmverliebt.de

„Liebe Kollegen, die ihr im Berliner Screening zu Girl On the Train gelacht habt: Dass dieser Film witzig war, liegt nicht an den Frauen* auf der Leinwand und auch nicht an der Frau*, die diese Geschichte ersonnen hat. Es liegt an euch! Schämt euch!“ Sophie Charlotte Rieger, Filmloewin.de