Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Jetzt ist es aber gut: „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“

© Warner Bros 2014


Nach dem sechsten und letzten Mittelerde-Film, möchte ich kurz persönlich werden und etwas ausholen: Vor 35 Jahren begann meine Liebesgeschichte mit Tolkiens Universum: Da lieh mir ein Mädchen aus meiner Klasse den „kleinen Hobbit“ und kaum hatte ich dieses Kinderbuch mit seinem spröden Charme verschlungen, hielt ich die drei grünen Bände des „Herrn der Ringe“ in der Hand. Das war im Herbst 1979. Dann das „Silmarillion“ und dann wieder „Der Herr der Ringe“, denn erst jetzt konnte ich den Unterschied zwischen Gandalf und Mithrandir verstehen, kapierte, was es mit Tom Bombadil auf sich hatte.

Die Begeisterung war riesig und statt Klingonisch lernte ich Elbisch – also zumindest die Schrift. Über eine Verfilmung haben wir Halbwüchsige damals leidenschaftlich diskutiert – als Gandalf favorisierten wir Sean Connery, als Aragorn stellte ich mir den bärtigen Nicolas Cage vor (Es gibt also einen Grund, warum ich nicht im Casting-Business bin :-).

Viele Jahre später kam Peter Jackson und vollbrachte das Kunststück den „Herrn der Ringe“ richtig zu verfilmen. Richtig für die Fans, richtig für das Medium Film, innovativ und kraftvoll. Ich komm ins Schwärmen. Aber würde das noch einmal funktionieren? Wieder drei Filme, aber auf Basis eines Buches, das dafür nicht geeignet war? Jetzt kann man sagen: Es hat nicht funktioniert.

„Ich komme mir so dünn vor, ausgemergelt, wie Butter auf zu viel Brot verstrichen.“

Das sagt Bilbo zu Anfang des „Herrn der Ringe“, der Ring der Macht hatte sein Leben verlängert. Und dieses Zitat beschreibt genau, was Peter Jackson mit dieser Dreifilmversion des Hobbits angestellt hat. Das Drehbuch entfernte sich viel weiter von der Vorlage ohne das beeindruckende Fingerspitzengefühl der ersten Trilogie. Keiner der drei Hobbitfilme hat mir gefallen und der dritte Teil ist der Gipfel der Belanglosigkeit, es wird en gros gestorben, Sinn macht das alles nicht mehr – ein Ende mit Schrecken. Das einzig Gute an diesem Film: Jetzt ist Schluss.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere (The Hobbit: The Battle of the Five Armies)
USA 2014, 144 Min., Regie: Peter Jackson

Andere Menschen,
andere Meinungen

Alex Matzkeit (realvirtuality) und Martin Urschel haben genau hingeschaut und versuchen die innere Struktur dieser drei Hobbitfilme zu verstehen. Sie haben mehr Geduld als die Üblichen Verdächtigen oder Christian Hoja (Cellurizon.de), dessen Tiraden wir beipflichten müssen: „Es bricht mir das Herz, aber: „The Battle of the Five Armies“ ist ein katastrophaler Abschied aus Mittelerde. Wie ein kalter Entzug wird der Tolkien-Welt ihr Zauber entrissen. Als hat einem Jackson zum Schluss mit wüsten Beleidigungen unterlegt eins in die Fresse servieren wollen, um den Schmerz des Auseinandergehens zu erleichtern und ihn in Wut umzuwandeln, auf das ja nie wieder einer nach weiteren Hobbit-, Elben- und Zwergen-Abenteuern lechzt.“ Ein Blick in die Filmblogosphäre zeigt: Enttäuschung allerorten. An Beispielen mangelt es nicht, Niklas Nissen (City of Cinema) kann es ebenso wenig fassen wie Björn Helbig (kino-zeit.de). Richtig gut: Die Schadenakte der Allianz zur Schlacht der fünf Heere :-)

Ich entschuldige mich jetzt, ich höre mir den ultimativen Hobbit-Podcast der Second Unit an.