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LABYRINTH OF CINEMA (Nippon Connection 2020)

NipponConnection online 2020Nobuhiko Obayashis Labyrinth of Cinema Nippon Connection 2020 Online


In einer wunderbaren Nachtsession nach der Nippon Connection 2020 Online haben sich Michael Kompedium des Unbehagens, Johannes Untersicht und Thomas SchönerDenken mit DEM Meisterwerk des japanischen Kinos 2020 auseinandergesetzt: mit Obayashis LABYRINTH OF CINEMA. Eine gute Stunde versuchen wir uns diesem Fiebertraum von Antikriegsfilm zu nähern. Wir wünschen viel Vergnügen bei dieser Episode, die zeitgleich bei Kompendium des UnbehagensUntersicht und SchönerDenken erscheint.

Passend dazu empfehlen wir die Obayashi-Episode des Offiziellen Festival Podcast von Nippon Connection 2020 Online mit Sebastian Krehl, Alex von den Abspannguckern und Thomas von SchönerDenken: https://schoener-denken.de/blog/nipponconnection-03-obayashi/


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Labyrinth of Cinema
Japan 2019, 179 Min., Regie: Nobuhiko OBAYASHI


Und das sagt Nippon Connection über LABYRINTH OF CINEMA:

Das letzte Kino in der Küstenstadt Onomichi schließt seine Tore und zeigt zum Abschluss eine ganze Nacht lang alte japanische Kriegsfilme. Drei junge Zuschauer werden davon so vereinnahmt, dass sie sich bald auf der anderen Seite der Leinwand wiederfinden. Eine wilde Jagd durch die Kriegs- und Filmgeschichte beginnt. Das letzte Opus des kürzlich verstorbenen Regievirtuosen Nobuhiko OBAYASHI ist von einer unbändigen Experimentierfreude geprägt, so frenetisch ist der Schnitt, so überbordend sind die Bildkompositionen. Mit LABYRINTH OF CINEMA zeigt er sich gleichermaßen verspielt und eindringlich, wird bei aller Drastik nie hoffnungslos im Tonfall. Eine monumentale Verbeugung vor der Kraft des Kinos! Für die, die nach dem Film nicht genug bekommen können, zeigen wir in der Reihe BEST OF NIPPON CONNECTION außerdem Nobuhiko OBAYASHIs Kultklassiker HOUSE.

Über den Regisseur

Nobuhiko OBAYASHI wurde 1938 in Onomichi (Präfektur Hiroshima) geboren. Nachdem er in den 1960er Jahren zahlreiche Experimentalfilme gedreht hatte, setzte er 1977 sein kommerzielles Spielfilmdebüt um: den Horrorfilm HOUSE (NC ’12 und NC ’20), der heute als Kultklassiker gilt. Für SADA gewann er 1998 bei der Berlinale den FIPRESCI-Preis. In seinem Werk setzte er sich immer wieder mit dem Alltag zu Kriegszeiten auseinander, so auch in CASTING BLOSSOMS TO THE SKY (NC ’12), SEVEN WEEKS (NC ’15) und HANAGATAMI (NC ’18). Neben seinen Arbeiten für das Kino verwirklichte er über 3.000 Werbespots mit internationalen Schauspieler*innen. Er verstarb am 10. April 2020.