Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Ohne Limit“: Immer wenn er Pillen nahm

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus „Ohne Limit“ und haben sich in diesem coolen Film prächtig unterhalten. Im Podcast reden sie über den Kickstart in den Film hinein, über angemessene Unverschämtheiten, auf höchstem Niveau hingezaubertes Kinohandwerk und umschiffte Klischeeklippen:

Eine Tablette am Tag und man verwandelt sich in die perfekte Version seiner eigenen Person. Jede Erinnerung steht zur Verfügung, Intelligenz springt in den vierstelligen Bereich, die Konzentrationsfähigkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit sind unbegrenzt. Ohne Limit. Aber keine Droge ohne Nebenwirkungen und je stärker die Wirkung, desto tödlicher das Risiko. Vom Ärger mit der russischen Mafia und Finanzhaien ganz zu schweigen.

Bradley Cooper spielt die ganze Bandbreite vom heruntergekommenen Möchtegernschriftsteller oder Junkie auf kaltem Entzug bis hin zum charmanten Partylöwen oder erfolgreichen Politiker – absolut souverän. Angesichts dieser höchst unterhaltsamen Bradley-Cooper-Galavorstellung bin ich sehr erleichtert, dass der vollkommen talentbefreite Shia LaBeouf für die Rolle abgesagt hat.

Ein dickes Lob an Regie und Kamera, denn der Film visualisiert die Wahrnehmungswechsel einfallsreich und perfekt – aber das wäre ja alles brotlose Kunst ohne dieses clevere Drehbuch mit wunderbaren Dialogen, Wendungen und Tempo. Verantwortlich dafür ist Leslie Dixon (von ihr stammte auch das Drehbuch zu „Das Glücksprinzip“ und dem Remake von „The Thomas Crown Affair“). Ob Drogen politisch korrekt sind oder nicht, diesen Schuh zieht sich der Film allerdings nicht an.
Fazit: Unterhaltungskino der Oberklasse, flott, frisch, witzig, hervorragend besetzt, optisch aufregend inszeniert.

Text und Podcast stehen unter einer Creative Commons-Lizenz.
Quelle: SchönerDenken

Ohne Limit (Limitless)
USA 2011, 105 Min., Regie: Neil Burger, Buch: Leslie Dixon

Andere Meinungen

Sven hat – wie wir – im Kino die moralischen Bedenken über Bord geworfen:

„Aber hey, wenn brutale Selbstjustiz in Filmen gut sein darf (siehe “96 Hours”), wieso dann auch nicht Drogenkonsum? Wischt man jegliche moralische Bedenken beiseite, kommt ein äußerst unterhaltsamer, optisch wirkungsvoll als Drogenrausch verpackter Thriller zum Vorschein, der keine Minute langweilt und mit einem äußerst wandelbaren Bradley Cooper überzeugt. So lasse ich mir Drogen gefallen! Natürlich nur auf der Leinwand …“

Christian (NEGATIV) hält den Film für Propaganda:

„Natürlich erlebt Eddie einen Absturz, ausgelöst durch die schrecklichen Nebenwirkungen des Drogenentzugs. Doch letztendlich bleibt er der Aufsteiger, zu dem ihn NZT gemacht hat. Die Aussage des Films ist klar: Willst du im Kapitalismus überleben, musst du besser sein als dein Gegenüber. Der Einsatz von Smart Pills wird eindeutig bejaht. Eddie Mora ist ein Superheld des 21. Jahrhunderts und der Zuschauer kann auch zu einem werden.“