Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Unterirdische Vorstellung – eine Empfehlung

Hendrik lauscht dem Abenteuer-Hörspiel „Schwarzes Gold“, nach einer Vorlage von Jules Verne.


Wenn man in nur achtzig Minuten eine Abenteuergeschichte in Hörspielform erzählen will, hat man keine Zeit zu verlieren. Innerhalb weniger Sekunden bricht der Hörer gemeinsam mit dem Ingenieur James Starr auf in eine stillgelegte Kohlemine ins Schottland des 19. Jahrhunderts, nachdem Starr von seinem ehemaligen Freund Simon Ford, der mit seiner Familie als Letzter die Mine bewohnt, eine dringende Einladung erhalten hat – und kurz darauf einen zweiten anonymen Brief, der ihn bittet, nicht zu kommen.

Und – darauf kann man sich bei dem Verfasser der Romanvorlage Jules Verne verlassen – es dauert nicht lange, bis in den weitläufigen, lichtlosen Gängen und Cavernen der alten Mine unfreundliche Dinge geschehen, die der kühle Denker Starr und seine alten Freunde sich einfach nicht erklären können …

Mehr sei zum Inhalt des Hörspiels nicht verraten, das auf der Grundlage des 1877 erschienenen Romans „Les Indes Noires“ entstanden ist, und mit dem sich zugleich das freie Produzententeam Nicola-Andrea Neuse und Jan-Sören Haas unter dem Labelnamen Hoerbucht vorstellt.

Um das alte und doch immer wieder spannende Spiel mit dem Grusel der Zappendusternis akustisch adäquat umzusetzen, hat man sich neben der Auswahl geeigneter Sprecher und Sprecherinnen bewusst das Ziel gesetzt, auch die Klangkulisse inkl. der Musik an neuen Aufnahmestandards zu messen. Das ist auf unspektakuläre Weise auch ganz gut gelungen, und wenn man sich das Ganze z.B. entspannt im Dunklen anhört, entfaltet auch eine so alte Geschichte wie diese durchaus noch ihren Charme und „funktioniert“.

„Wer hört denn diese Art Hörspiel noch?“ höre ich manche(n) unterhaltungsverwöhnt fragen, „gibt’s doch auch als Film längst, sowas“ … richtig. Aber: na und? Gerade im Augenblick bietet es sich zum Beispiel an, das Hörspiel „Schwarzes Gold“ mit der ganzfamilienunterhaltsamen neuen Filmversion der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zu vergleichen, die zwar liebevoll und ganz kurzweilig umgesetzt ist, aber keinerlei Platz lässt für die Tätigkeit des besten Regisseurs von allen: der eigenen Pantasie nämlich, und genau das ist der Grund, aus dem für mich Hörbücher und Hörspiele immer eine Daseinsberechtigung haben werden: wegen der Gelegenheit zur Teilnahme der eigenen Vorstellungskraft.

Also: Licht aus. Ton ab.

Das 80-minütige Hörspiel ist auf CD für unter 10 Euro zu haben. Näheres inkl. Hörproben siehe hier: www.hoerbucht.de Und hier der Trailer:

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