Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Das Schweigen der Ziegen

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus dem Jedi-Film „Männer, die auf Ziegen starren“ und es sei an dieser Stelle versichert, dass bei der Produktion dieses Podcasts keinerlei Drogen welcher Art auch immer im Spiel waren – es ist einfach der Film, der diese Wirkung hat :-)

(c) Kinowelt 2010

Und sonst? Keine Siege ohne Ziege! Hendrik sagt:

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Auf dem Heimweg vom Kino höre ich einen Song der Traveling Wilburys, und nachdem mir – wie auch den anderen – im sofortigen Nachgang zu ‚Männer, die auf Ziegen starren‘ nur wenig eingefallen ist (ob die was ins Klimasystem getan haben?), kommt mir plötzlich der Gedanke: Ja, genau SO wie einer der Songs der Traveling Wilburys ist dieser Film: da treffen sich ein paar Große, die absolut keinem mehr irgendetwas beweisen müssen und fabrizieren deutlich spürbar sehr entspannt ein Werk, dass von vornherein überhaupt nicht vorhat, Originalitätsrekorde zu brechen oder irgendeinem Genre etwas Nochniedagewesenes hinzuzufügen.

(c) Kinowelt 2010Jeder der Beteiligten macht einfach, was er gut kann, und im Ergebnis kommt dabei ein runder, tiefenentspannter Film heraus, in dem Jeff Bridges der Welt ein weiteres Mal sein unnachahmliches Althippielächeln schenkt, George Clooney nach seinem sehr korrekt beschlipsten, pointierten Auftritt in Up in the Air sich einen Rotzfänger ins Gesicht kleben, sich im Sand wälzen und das Hemd aus der Hose hängen lassen darf, Kevin Spacey inszeniert mit gut plazierter Gestik und Mimik sehr präsent seinen üblichen Unberechenbaren, und der einzige, der sich noch ein wenig anstrengen muss, ist Ewan McGregor. Die für das Jahr 2010 auffällig unhektische Komödie erinnert mich stellenweise in der Gangart ein wenig an Komödien der 50er Jahre, die gelegentlich Ruhepausen zwischen den Gagjagden einlegen, und das finde ich persönlich ab und an mal sehr angenehm – manchen wird’s auch schlicht anöden.

Zwar hätte ich mir bei dieser Idee und dieser grandiosen Besetzung mehr satirischen Biss gewünscht, aber das war wohl nicht vorgesehen im Konzept, und deswegen ist das mein Problem und nicht eines des Filmes. Die Produktion wird ein kleiner Klassiker für Freunde der Darsteller werden, aber ansonsten rasch in DVD-verramschte Vergessenheit geraten. Ich werde ihn mir trotzdem irgendwann für 5 Euro an der Baumarktkasse mitnehmen, denn an manchen Abenden ist genau diese Art Film genau das, was ich sehen mag.

An dieser Stelle bedanken wir uns im Übrigen stellvertretend für alle Abspannhelfer (und hier auffallend wenige -helferinnen) bei Ramon Frank, einem der „jedi stunts“, und „set medic“ Doug Acton. Ramon Frank hat seinen Körper u.a. auch schon für „Three Burials“ und „Seraphim Falls“ hingehalten, während Doug Acton auch schon am Set von „21 Gramm“ und ebenfalls „Seraphim Falls“ Heftpflaster verklebt hat (möglicherweise auf Ramon Frank). Vielen Dank an Euch & die anderen & in diesem Fall: auch an die Ziegen.

Links

Christian verliebte sich – wie so viele – in den Filmtitel: So aber ist diese Groteske nur ein nettes Filmchen, das man sich zwar gerne ansieht, am Ende jedoch aber auch leicht enttäuscht ist. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn der Titel besser ist, als der eigentliche Film, dann ist einiges daneben gegangen. / Flo Lieb findet: „Dennoch hebt sich Heslovs Film selten über seine Durchschnittlichkeit hinweg.“ / Mehr Kritik bei film-zeit.