
© 2025 Gaga
Folge 1411 – Zu jedem richtig guten Filmfestival gehört dieser eine Mindfuck-Film, der einen sprachlos zurücklässt, der irritiert, begeistert, verärgert, beeindruckt, überfordert. Genau so ein Film ist JINSEI, ein Anime, der optisch zwischen Southpark und Avantgarde schillert und der inhaltlich an Twin Peaks und 2001 erinnert. Ryuya Suzuki hat im Alleingang diese Tour de Force geschrieben und gezeichnet, eine Biographie als Stream of consciousness: Unser Protagonist durchlebt Tiefen und Höhen, Ablehnung und Ruhm bis er in einer fernen Zukunft die Grenzen des Menschseins abstreift. Grob zusammengefasst.
Irgendwann erreicht man als Zuschauer den Punkt, wo man nicht mehr verstehen will, was man sieht und nur noch staunt, bewundert, träumt oder verzweifelt. Sehr sehenswert, wenn man bereit ist, aus seiner Komfortzone herausgerissen zu werden. Den Podcast haben wir spät in der Nacht direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon eine große, überwiegend begeisterte Runde: Niklas vom Filmfest Aachen, Volker vom Randfilmfestival, Malte von Sneaky Monday, Dominik von Deadline, Markus von translate or die, Alex von den Abspannguckern und Thomas von SchönerDenken.
Folge 1411
Die Nippon Connection All Stars mit ihrem ersten Eindruck von JINSEI
Länge: 08:47
Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken
Bild: © 2025 Gaga
Jinsei (Mumei no jinsei)
Japan 2025, 93 Min., Regie: Ryuya Suzuki
Und das sagt Nippon Connection über den Film und den Regisseur:
Über den Regisseur
Ryuya SUZUKI wurde 1994 in Sendai geboren und studierte an der Tohoku University of Art and Design. Während der Covid-19-Pandemie brachte er sich selbst das Animieren bei und erstellte erste Kurzfilme, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Sein durch Crowdfunding finanziertes Langfilmdebüt JINSEI (2025 / NC ’26) hat er komplett selbst geschrieben, animiert und vertont. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Annecy International Animation Film Festival 2025.
Über den Film
Der Wahnsinn hat Methode, und was für eine: Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren hat der Filmemacher Ryuya SUZUKI im Alleingang sein Langfilmdebüt JINSEI geschrieben, animiert und vertont. Darin begegnen wir einem rätselhaften, schweigsamen Protagonisten, der unter wechselnden Namen auftritt, in seinem Wesenskern aber namenlos zu sein scheint. In der Schule gemobbt, wird er später zum Pop-Idol und Filmstar, durchlebt alle Abgründe der Menschheit und findet schließlich zur kosmischen Befreiung. JINSEI ist ein bildgewaltiges, visionäres Meisterwerk, das auch noch lange nach dem Kinobesuch seine Wirkung entfaltet.
Trailer
