LET ME HEAR IT BAREFOOT (Nippon Connection 2022) feat. DieMelanie und Andras


Man wünscht sich, dass die sehr talentierte Regisseurin Riho Kudo einfach ihren sehr guten Szenen und Bildern vertrauen würde. Aber sie dehnt und wiederholt die Elemente, bis der eigentliche Film dahinter verschwindet. Im Zentrum stehen zwei junge Männer, die sich zueinander hingezogen fühlen. Aber sie haben nicht den Mut, sich ihre Liebe einzugestehen und auszuleben. Stattdessen flüchten sie sich in Raufereien und Kämpfe, um sich zu spüren und nahe zu sein. Ein großartiges Bild, wenn es nicht bis zum Überdruss gedehnt und wiederholt würde. Im Podcast trauern DieMelanie, Andras und Thomas einer robusten Schnittfassung nach.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken


Let Me Hear It Barefoot
Japan 2021, 127 Min., Buch und Regie: Riho Kudo

Und das sagt Nippon Connection über LET ME HEAR IT BAREFOOT:

Naomi arbeitet für die Firma seines Vaters und sammelt den Müll fremder Leute ein. Als er den attraktiven Maki kennenlernt, ändert sich sein tristes Leben schlagartig: Makis blinde Adoptivoma muss ins Krankenhaus, vererbt ihm all ihr Geld und bittet ihn, an ihrer Stelle die Welt zu bereisen. Das Geld reicht nicht, also beschließen Naomi und Maki, die Reise mit Audioaufnahmen vorzutäuschen. Dabei entwickeln beide Gefühle füreinander, die sie sich nur zögerlich eingestehen können. Mit seiner naturalistischen Bildsprache ist LET ME HEAR IT BAREFOOT ein sensibles LGBTQ-Drama und eine Hommage an WONG Kar-Wais Film HAPPY TOGETHER.

Riho KUDO, 1995 in Fukuoka geboren, studierte Film an der Kyoto University of the Arts. Ihr Abschlussfilm ORPHANS’ BLUES (2018) wurde zu vielen japanischen Filmfestivals eingeladen und gewann mehrere Preise. Ihr zweiter Spielfilm LET ME HEAR IT BAREFOOT (NC ’22) entstand mit einem Stipendium des PIA Film Festival und wurde beim International Film Festival Rotterdam gezeigt.