Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

Filme nutzen nur 10 Prozent des geistigen Potentials ihrer Zuschauer- das gilt auch für „Lucy“

Foto: CC-BY von GreenFlames09

Bei den Üblichen Verdächtigen waren die Frauen diesmal in der Überzahl.


Wurden die Zuschauerinnen angelockt von einer starken Frau in der Titelrolle? Während die meisten Jungs begeistert sind über einen einfallsreichen, zumindest in der ersten Hälfte rasanten Superheld-Actionfilm, wären andere am liebsten mitten im Film gegangen. So ist das mit den Genre-Filmen. Das kann einem schon auf die Nerven gehen, wenn der Action-Experte Besson ungeniert bei Terrence Malick und Stanley Kubrick über den Zaun frisst. Kann aber auch sehr viel Spaß machen. Fröhlicher Podcast auf jeden Fall – mit PS-Bonus sozusagen.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste)
Das Hirn-Foto steht unter der Creative-Commons-Lizenz BY / Quelle: GreenFlames09 

Lucy
FRK 2014, 90 Min,, Regie: Luc Besson

Andere Menschen, andere Meinungen

Es ist nicht so, dass Joachim Kurz (kino-zeit) die Schwächen von „Lucy“ nicht sehen würde, aber er zeigt auf, warum der Film trotzdem funktioniert:

„Ein wenig ist Lucy (gemeint ist hier der Film und nicht dessen Protagonistin) selbst wie ein Drogenrausch geraten: Nicht unbedingt den Gesetzen der Logik folgend, besitzt der rasende Ablauf eine Sogwirkung, der man sich zumindest für die Dauer des Films nicht entziehen kann. Erst danach dämmern einem die Unlogiken des Films, seine Manierismen, sein Pathos, sein dröhnendes Posertum – und das kommt fast schon einem veritablen Kater nahe, einem „cold turkey“: In der Hitze des Moments, im Traumraum des Kinos ist man gerne bereit, sich auf diesen irren Trip mit all seiner eigenen, verqueren Kohärenz einzulassen.“

Das letzte Wort hat cutrin (filmosophie):

„“Lucy“ gehört jedoch zu einer neuen Generation von Superheldinnen, wenn man sie denn überhaupt so nennen kann. Sie findet keinen Spaß am Töten, sie will nicht die Weltherrschaft an sich reißen, entwickelt keine tarantinoeske Killer-Coolness und unternimmt auch keine Reisen in eine zutiefst zerrissene Psyche. Lucy ist clean, modern. Ihrer Mitbewohnerin empfiehlt sie noch, immer schön Sport zu treiben und Bio zu essen, und dann macht sie sich auch schon auf den Weg, um kühl ihre Agenda abzuarbeiten.“