Zwischen Kirk und Kafka – FilmBlogPodcast seit 2006

„Macbeth“, monoton

© 2015 StudioCanal


Es gibt Filme, die will man mögen. Aber so sehr man auch will, es geht nicht. Wir beneiden Lena Leuchtturm, dass sie sich so über „Macbeth“ freuen kann. Im Podcast erklären Hendrik, Prof. Pu und Thomas, warum der Film trotz beeindruckender Bildgewalt und sehr starken Schauspielern dann doch nicht überzeugen konnte.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

Macbeth
USA 2015, 113 Min., Regie: Justin Kurzel

Andere Menschen,
andere Meinungen

Tim von Bad im Bilderstrom fühlt sich vom Film und vom Feuer umschlungen: „Ja, das Feuer: Der Wald, der da zuwandert auf das Schloss des mörderischen Königs, fliegt in roten Fetzen heran, die das ganze Bild zu einem wabernden Dimensionstor machen, zu einem Weg ins Niemandsland des Schlachtens.“

Beatrice Behn (kino-zeit.de) erkennt ganz klar die kinematographischen Leistungen und entlarvt mit scharfem Blick die Probleme der Verfilmung: „Der Film ist so sehr auf die dramatischen Aspekte der Geschichte ausgelegt, dass er zum einen sämtliche leichten, komödiantischen Aspekte, die das Schauspiel aufweist, komplett missachtet. Dies gepaart mit den großen Bildern, dem dramatischen Schauspiel, dem Leiden und Jammern der Macbeths macht Kurzels Werk zu einem schweren Werk, das sich Stück für Stück der Schwere dieses Leidens ergeben muss und am Ende an chronischer dramatischer Verstopfung leidet.“

Lena, die Dame hinter dem Filmblog To the Lighthouse, hat noch bevor sie Kurzels Macbeth gesehen hatte, auf Alex Matzkeits realvirtuality zum Rundumschlag über die Macbethverfilmungen der vergangenen 70 Jahre ausgeholt: „Jede Verfilmung hat ihren eigenen Wert. Macbeth-Inszenierungen sind seit der Stummfilmzeit in jeglicher Qualität und für verschiedenste Zielgruppen verfügbar, von texttreuen Lebendigwerdungen bis zu freihändigen Modernisierungen, und jede einzelne lehrt uns etwas über Shakespeares Stück, über Welt- und Menschenbilder und über filmische Ausdrucksmittel. Ich habe Shakespeare durch die Augen anderer gesehen und gerade Differenzen brachten neue Erkenntnisse.“

Und dann noch einmal Lena, euphorisch, nachdem sie Fassbender als Macbeth gesehen hatte: „Macbeth wirkt nicht wie ein kluger, vergeistigter Mann, sondern wie eine rohe körperliche Gewalt, ein Mensch, der zum patenten Kämpfer gemacht wurde und damit seine Pflicht erfüllt. Michael Fassbender ist als dieser Macbeth eine dominante, getriebene, verbissene, nervöse Präsenz für sich, selbst ohne Worte, oft allein durch seine mal leeren, gleichgültigen, dann intensiv fordernden, dunkel oder rot umrahmten Augen und das durch den Bart beinahe rund wirkende Gesicht.“