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„Burn after Reading“: Geheimer Geheimscheiß

Die Üblichen Verdächtigen sind – kaum raus aus dem Kinosaal – gebremst begeistert von „Burn After Reading“:

So ein bisschen sind die Coen-Brüder mit „Burn After Reading“ zwischen Baum und Borke gelandet. Für einen Coen-Kult-Streifen a la „Big Lebowski“ ist er weder subtil noch schräg genug, für eine Mainstreamkomödie landet er zu wenige Lacher. Die wenigen Pointen aber lohnen sich. Zumal das Star-Ensemble wirklich großartig ist: Brad Pitt ein Volltreffer als Volltrottel, George Clooney als „serial lover“ mit Heimwerkerambitionen, Tilda Swinton als der Tiefkühlschrank unter den rothaarigen Geliebten.

Und allen voran Frances McDormand: Sie ist so stark, hübsch, naiv, stur und oberflächlich, wie wir Europäer uns gemeinhin den Amerikaner an sich vorstellen. In einer Nebenrolle brilliert dann noch ein alter Bekannter: David Rasche, besser bekannt als „Sledge Hammer“ – ein schönes Wiedersehen. Für die Coen-Brüder – nach dem Meisterwerk „No Country For Old Men“ – vielleicht ein leichtgewichtiger Ausgleich. Also einmal anschauen und dann vergessen, sozusagen „Burn After Viewing“.

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Björn Helbig hat genau hingeschaut, eine umfangreiche Presseübersicht wie immer bei film-zeit.de, Kommentare und Kritiken bei moviepilot.

Der Beitrag erschien zuerst am 2. Oktober 2008.