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IT’S BORING HERE, PICK ME UP – Koko wa taikutsu mukae ni kite (Nippon Connection 2019)

SchönerDenken auf NipponConnection 2018It's boring here, pick me up von Ryuichi HIROKI


Junge Menschen auf dem Weg zurück in die eigene Vergangenheit, zurück aus dem Sehnsuchtsort Tokyo in die Heimatstadt und Stadt der Highschool. Wer hat sich wie entwickelt? Welche Träume und Erinnerungen sind noch Bedeutung? Wir haben den Film auf Nippon Connection 2019 gesehen und direkt nach dem Film in großer Runde besprochen.

Lucas konstatiert eine interessante Leere der Landschaft, eine Leere der Beziehungen. Für die meisten aber ist es schwer, einen Zugang zu diesem Film zu bekommen. Der Name des Films ist auch ein bisschen Programm: Langeweile macht sich zwischendurch breit, vor allem nachdem durch wilde Zeitsprünge die Übersicht verloren geht. Und wir Europäer bringen irgendwann auch die Schauspieler*innen durcheinander. Aber am Ende schlägt Juri sehr versöhnliche Töne an – er schätzt die Abwesenheit von Gewalt, starken Konflikte und Climax.

DANKE an die tollen Gast-Podcaster, die in dieser Episode ihre ersten Eindrücke schildern. Direkt nach dem Film sind am Mikrofon:  ABSPANNGUCKER René, Stefan Gianferrari, Andras, Nenad und Juri von der BILDNACHWIRKUNG, Kinomensch Lucas von LONGTAKE und Thomas von SCHÖNERDENKEN.


Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste) 

It’s Boring Here, Pick Me Up (Koko wa taikutsu mukae ni kite)
Japan 2018, 98 Min., Regie: Ryuichi HIROKI


Und das sagt Nippon Connection über IT’S BORING HERE, PICK ME UP:

Über einen Zeitraum von zehn Jahren folgt der sensibel beobachtende Film einer Gruppe junger Menschen in der Präfektur Toyama bei ihrem Versuch, im Leben und in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Regisseur Ryuichi HIROKI erzählt mithilfe einer verschachtelten, aber niemals unübersichtlichen Struktur, einer schwerelos gleitenden Kamera und einer ausgesuchten Bild- und Farbkomposition ungemein klug von selektiver Erinnerung, falscher Nostalgie und davon, wie schwer es ist, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Detailfreude in den Dialogen und Figurenzeichnungen sowie in der Ausstattung runden das vielschichtige Generationenporträt ab.

Über den Regisseur
Ryuichi HIROKI, 1954 in der Präfektur Fukushima geboren, ist ein äußerst produktiver Filmemacher, der sein Handwerk im Pink-Film-Genre lernte. 1982 erhielt er ein Stipendium des Sundance Institute und legte mit SEIGYAKU! sein Spielfilmdebüt vor. Seinen internationalen Durchbruch erreichte der mehrfach preisgekrönte Regisseur 2003 mit VIBRATOR. Er ist regelmäßig zu Gast beim NIPPON CONNECTION Filmfestival, zuletzt 2015 mit gleich zwei Filmen, KABUKICHO LOVE HOTEL und HER GRANDDAUGHTER.