#Japanuary 2022 Nr. 1: ALONG THE SEA (Umibe no kanojotachi)

Nippon Connection 2021

Drei junge Frauen aus Vietnam sind nach Japan zu kommen, um dort Geld zu verdienen, das sie an ihre Familien schicken. Der Druck auf die jungen Frauen ist groß, in der Heimat wird das Geld erwartet, gleichgültig wie katastrophal die Arbeitsbedingungen sind. In sehr düsteren, fast dokumentarischen Bildern erzählt Akio Fujimoto vom Überlebenskampf der drei Frauen, ihrer Flucht in einen anderen, nicht ganz so grausamen Job und einer Schwangerschaft, die eine der drei Frauen völlig aus der Spur wirft.

Fujimoto richtet den Blick auf die Schwächsten: Für die Japaner sind sie nur Arbeitsmigranten, die mal mehr mal weniger sklavenähnlich ausgebeutet werden, in ihren eigenen Familien können sie als Frauen nicht über sich selbst entscheiden. Und Fujimoto sorgt dafür, dass wir den Blick nicht abwenden, bis wir das verstanden haben. Danke an Michael Meier von Kompendium des Unbehagens und Daniel Haberkorn vom Altstadtkino, dass ich hier noch einmal Gelegenheit hatte, über diesen Film zu sprechen. Große Empfehlung meinerseits auf jeden Fall – einer der besten Filme des Nippon Connection Online Festivals 2021.


Folge 1133
Michael, Daniel und Thomas diskutieren über das beeindruckende Sozialdrama ALONG THE SEA
Länge: 39:50


Download der Episode auch über den Feed



Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste)
Musik von Johannes Klan


Along the Sea (Umibe no kanojotachi)
Japan/Vietnam 2020, 88 Min., Regie: Akio Fujimoto


Und das sagt Nippon Connection über ALONG THE SEA:

In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft sind Phuong, An und Nhu aus ihrer Heimat Vietnam nach Japan ausgewandert, um dort eine Ausbildung zu beginnen. Nachdem sie in ihrem Lehrbetrieb schamlos ausgebeutet werden, kündigen die drei jungen Frauen, jedoch ohne ihre Pässe zurückzuerhalten. Die scheinbar aussichtslose Odyssee der fortan illegalen Migrantinnen inszeniert Akio FUJIMOTO in naturalistischen, beinahe dokumentarisch wirkenden Bildern und schildert so auf bedrückende Weise die harte Realität, mit der Einwander*innen in Japan täglich konfrontiert werden.

Über den Regisseur

Geboren 1988 in Osaka, studierte Akio FUJIMOTO an der Visual Arts Academy Osaka. Während seines Studiums drehte FUJIMOTO seinen ersten Kurzfilm PSYCHEDELIC FAMILY (2012), der auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt wurde. Sein erster Spielfilm PASSAGE OF LIFE (2017 / NC ’18) gewann den Best Asian Future Film Award und den Spirit of Asia Award beim Tokyo International Film Festival 2017.


Andere Meinung

„A melancholy character study, Fujimoto’s unflinching drama follows Phuong with documentary precision towards an almost inevitable conclusion as she finds herself hemmed in by the demands of others entirely unable to act on her own desires while denied basic rights and freedoms by virtue of her lack of documentation. Shining a light on the all too hidden lives of migrant workers, Along the Sea paints a bleak picture of the contemporary society in which even solidarity can be broken by the cruel desperation of those who have nothing else on which to depend.“
Hayley Scanlon für windowsonworlds.com